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Neue Chance für Absteiger: Axel Wieandt darf sich an der Valovis-Sanierung beweisen

peanuts

Axel Wieandt ist so etwas wie der Ikarus der deutschen Bankenlandschaft. Erst ging es mit der Karriere rasant bergauf und anschließend folgte der Absturz.  Doch jetzt bekommt der 46jährige eine neue Chance. So hat der Aufsichtsbank der Valovis-Bank Wieandt am heutigen Freitag (26. Oktober)  mit sofortiger Wirkung zum neuen Vorstandsvorsitzenden erkoren.

Neben ihm wurde auch Gerrit Raupach, der kürzlich  aus dem Helaba-Vorstand ausgeschieden ist, in das Leitungsgremium der Valovis-Bank berufen. Dagegen muss der alte Chef Theodor Knepper gehen. Das gleiche Schicksal ereilt seinen Vorstandskollegen Axel Frein.

Die Valovis-Bank firmierte vor der Arcandor-Pleite als KarstadtQuelle Bank und konzentriert sich vor allem auf das Kreditkartengeschäft und die Konsumfinanzierung. Allerdings wurde die Minibank von der Griechenland-Umschuldung im vergangenen Jahr schwer getroffen und musste 120 Mio. Euro auf ihren Bestand an hellenischen Staatanleihen abschreiben. Anschließend wurde das Institut vom Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken vor dem Zusammenbruch gerettet.

Folglich muss sich Wieandt bei der Bank als Sanierer bewähren. „Meine Vorstandskollegen und ich freuen uns über das durch unsere Berufung ausgedrückte Vertrauen. Wir werden das Geschäftsmodell einer kritischen Überprüfung unterziehen und die notwendigen Maßnahmen zur Stabilisierung der Bank auf den Weg bringen“, sagte Wieandt.

Achterbahnfahrt: Die Karriere des Axel Wieandt

Wieandt ist der Sohn von Paul Wieandt, der sich mit der Sanierung von BfG-Bank, der Schmidt-Bank und der Landesbank Rheinland-Pfalz einen Namen gemacht hat. Nach Studium und Promotion an der Privathochschule WHU in Vallendar bei Koblenz, Stationen bei McKinsey und Morgan Stanley startete Wieandt ab 1998 eine Blitzkarriere bei der Deutschen Bank. Dort galt er als Ziehsohn von Josef Ackermann, der ihn an die Spitze der Pleitebank Hypo Real Estate hievte.

Doch dann folgte der noch schnellere Abstieg. So schmiss der Shootingstar im März 2010 nach Streitigkeiten über Bonuszahlungen und Haftungsrisiken das Handtuch bei der HRE. Nach einem Zwischenspiel bei der Deutschen Bank wechselte Wieandt zum 1. Juli 2011 ins Investmentbanking der Credit Suisse. Allerdings agierte Wieandt auch dort unglücklich und verließ das Unternehmen bereits im zurückliegenden Sommer.

Peanuts: Valovis Bank zahlt nur Minigehälter

Doch nach nur wenigen Monaten Auszeit bekommt Wieandt jetzt eine zweite Chance bei der Valovis-Bank. Dabei handelt es sich indes nicht gerade um einen Bankengiganten. Denn das Institut beschäftigte laut dem Vergütungsbericht für 2011 Ende des vergangenen Jahres gerade einmal 261 Mitarbeiter.

Auch bei der Bezahlung herrschen bei Valovis ganz andere Dimensionen als bei Deutscher Bank und Credit Suisse. So beliefen sich die Festgehälter im vergangenen Jahr auf durchschnittlich gerade einmal 49.157 Euro. Darüber hinaus strichen 142 Mitarbeiter Boni in Höhe von durchschnittlich 8239 Euro ein. Im Vergleich mit der Deutschen Bank sind dies wahrlich „Peanuts“.

Kommentare (2)

Comments
  1. Eine wahre Topp-Karriere, die einzig und alleine dem vermeintlichen Bankensanierer geschuldet ist. Wenn Sanierung Vernichtung der betreffenden Banken bedeutet, dann hat sich Wieand Senior wahrlich einen Namen gemacht….

  2. Hier zeigt es sich wieder, dass im Deutschen Bankensektor nur der Name zählt.
    Vielen Dank für die Aufklärung hinsichtlich BFG-Bank, RLP und Schmidt Bank, meines Wissens gingen alle drei unter dessen Führung Pleite. Etwas mehr Realitätssinn von Seiten der Redaktion wäre wohl angebracht.

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