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Neueinstellungen im Bereich M&A erreichen ein Hoch

USA: Healthcare- und Technologiesektor sind hoch im Kurs, wenngleich nicht überlaufen

Dem US-amerikanischen M&A-Markt geht es gut: Dem Informationsdienstleister Thomson Financial zufolge hat das Transaktionsvolumen im ersten Halbjahr gigantischen 592 Milliarden US-Dollar (478,6 Milliarden Euro) betragen. Gerade Mega-Deals wie die Akquisition des Kreditkartenunternehmens MBNA durch die Bank of America für 35 Milliarden US-Dollar haben das Transaktionsvolumen in die Höhe getrieben.

Aber auch das zweite Halbjahr lässt die Fortsetzung des Aufwärtstrends vorausahnen: Der Confidence Index von Goldman Sachs ist während des dritten Quartals in die Höhe geschossen. Das heißt, dass US-amerikanische Geschäftsleute offenbar optimistisch und auf der Suche nach geeigneten Deals sind.

Man möchte meinen, dass nun auch die Neueinstellungen im M&A-Bereich in die Höhe schnellen. Während der letzten Monate haben Lehman Brothers und HSBC bevorzugt M&A-Berater mit einigen Jahren Berufserfahrung eingestellt und damit einen Trend bestätigt, den auch Recruiter sehen.

“Insbesondere die Bereiche Technologie und Healthcare sind derzeit besonders aktiv”, berichtet Linda Bialecki vom Personalberater Bialecki Inc. “Gerade im Technologiebereich waren die meisten Geldinstitute im vergangenen Jahr ziemlich vorsichtig. Das holen die Banken in diesem Jahr nach, da die Erholung der Branche nachhaltig zu sein scheint. Umgekehrt ist der Healthcare-Bereich einfach ein riesiger Markt. Irgendeine Unterbranche boomt da immer.”

Die jüngsten Neueinstellungen bestätigen diesen Trend. HSBC, Harris Nesbitt, Wachovia, Leerink Swann und RBC Capital Markets haben seit Juni begonnen, ihre Healthcare-Teams aufzustocken. In der Zwischenzeit haben Lehman Brothers, Merriman Curhan Ford & Co sowie ThinkEquity Partners ihre Technologiesparten während der letzten drei Monate ergänzt.

Nichtsdestotrotz glauben etliche Experten nicht an einen Einstellungsboom. Michael Baldock, globaler Bereichsleiter für Healthcare bei der HSBC, die in den letzten Monaten insgesamt vier neue Leute eingestellt hat, meint, dass die jüngsten Neueinstellungen der Bank schon seit längerer Zeit geplant gewesen seien, da ein entsprechendes Team aufgebaut werden sollte. Er glaubt, dass Neueinstellungen bei anderen Häusern lediglich dem Auffüllen frei gewordener Positionen gedient hätten: “Ich kann mir nicht vorstellen, dass die jüngsten Neueinstellungen von Bankern in diesem Bereich ein Indikator für eine allgemeine Erweiterung der Healthcare-Teams ist”, sagt er. “Die meisten Banken füllen lediglich Lücken auf, die durch Abwanderungen von Bankern entstanden sind, die zu Industrieunternehmen oder zur Konkurrenz gewechselt sind.”

Gary Goldstein, Chief Executive der Whitney Group, vertritt die gleiche Meinung für den Technologiesektor: “Der Technologiebereich holt zwar auf, aber die meisten Banken sind schon jetzt gut mit Technologieexperten eingedeckt”, meint er. Stattdessen seien auf Geldinstitute spezialisierte Banker (so genannte FIG-Banker) derzeit hoch im Kurs: “Jedes Unternehmen war in den letzten Monaten auf der Suche nach FIG-Bankern. Auch der Immobilienbereich ist ziemlich gut gelaufen.”

Europa: Junior Banker für den Technologiesektor gesucht

Während der US-Markt für technologiespezialisierte Banker eher mau ist, ist auf dem europäischen Markt deutlich mehr los. Nach Angaben des M&A-Dienstleisters Regent Associates ist die Anzahl der Technologie-Deals mit europäischer Beteiligung im Vergleich zum Vorjahr im ersten Halbjahr des Jahres 2005 um 100 Prozent auf 107 Milliarden US-Dollar (86,5 Milliarden Euro) gestiegen.

Andere Daten des Venture-Capital- und Private-Equity-Informationsdienstleisters Venture One besagen, dass die Anzahl der VC-finanzierten Unternehmen, die ein Going Public anstreben, sich im zweiten Quartal dieses Jahres auf 14 Unternehmen verdoppelt habe. Das ist die höchste Anzahl seit dem Jahr 2001.

Recruiter berichten allerdings, dass sich der Aufschwung im Technologiesektor zumeist in Neueinstellungen auf dem Junior-Level widerspiegelt. Der Londoner Personalberater Badenoch & Clark hat derzeit Positionen als Associate und als VP in der Technologiesparte einer führenden Investmentbank zu vergeben. Krista Parker, Teamleiterin des Corporate-Finance- und Private-Equity-Teams von Badenoch & Clark, erzählt, dass allenthalben die Nachfrage nach Analysten mit zwei bis drei Jahren Berufserfahrung in der Technologiebranche besonders hoch sei. Auch die Venture-Capital-Gesellschaften hätten wieder mit Neueinstellungen begonnen: “Die Einstellungen im Technologiebereich sind definitiv mehr geworden”, berichtet Parker. “Die Technologieteams waren die ersten, die verkleinert worden sind. Jetzt müssen eine Menge Lücken wieder aufgefüllt werden.”

Auf Führungskräfte spezialisierte Personalberater sind dagegen weniger optimistisch. Simon Hall, Leiter des Bereichs Financial Services bei Heidrick & Struggles in London, ist der Ansicht, dass der Technologiebereich weiterhin von den meisten Großbanken vernachlässigt würde: “Lediglich die kleinen und mittleren Geldhäuser sind derzeit auf Personalsuche”, meint Hall.

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