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Branche erklärt VI: Electronic Trading – im Geschwindigkeitsrausch

Head/ Circuit board

Der Aufstieg des Hochgeschwindigkeitshandels (e-trading) in den zurückliegenden Jahrzehnten hat einen nachhaltigen Einfluss auf die Struktur der Aktienmärkte. Während früher viele Eingriffe des Menschen erforderlich waren, führen heute Computer die Trades aus.

Die Automatisierung des Handels bringt einige Vorteile mit sich. Zunächst erlaubt sie ein höheres Handelsvolumen, was für eine höhere Liquidität an den Märkten sorgt. Das durchschnittliche Handelsvolumen wuchs von 2,5 Mrd. Aktien in 2003 auf nahezu 6,5 Mrd. in 2011 an. Darüber hinaus haben sich Ausführungszeiten und Kosten deutlich verringert, während sich die Transparenz verbesserte.

Der Einsatz von Algorithmen – wobei die Computer über Preis, Timing und Höhe der Order entscheiden – hat die Größe der einzelnen Deals verringert. Große Auftragsvolumen scheibchenweise auszuführen, verringert den Einfluss solcher Deals auf die Märkte und die Kosten des Handels mit großen Positionen.

Der Nachteil dabei: Die höhere Automatisierung bedeutet weniger Bedarf an Mitarbeitern. So teilte uns eine Großbank mit, dass sie heute 30 Prozent weniger Trader beschäftigt als in 2005, wobei das Dreifache Handelsvolumen ausgeführt werde.

Der Hochgeschwindigkeitshandel ist auf den hochvolumigen Währungsmärkten weit verbreitet und auch im Handel von festverzinslichen Wertpapieren nimmt seine Bedeutung zu. So haben Goldman Sachs und Morgan Stanley beispielsweise kürzlich elektronische Handelsplattformen für Unternehmensanleihen gestartet.

Stellen und Karrierewege

Quantitative Analysts: Dabei handelt es sich um Mathegenies, die den Schlüssel zum Erfolg im Hochgeschwindigkeitshandel darstellen. Sie entwickeln und implementieren Algorithmen, die über einen mathematischen Ansatz Investmentchancen aufspüren.

Consultants: Diese betreuen die Kunden. Sie stellen Statistiken zusammen, die Transaktionskosten und Tradings-Reports enthalten, damit die Kunden die Tradinginstrumente effizient einsetzen.

Sales Traders: Diese helfen den Kunden bei der Ausführung der Trades, bieten die e-trading-Produkte der Bank an und helfen den Kunden bei der Entscheidungsfindung. Diese Funktionen umfassen auch Marketing und Kundenservice. Banken stellen aber auch reine Sales-Mitarbeiter ein.

Market Structurers: Sie analysieren regulatorische Umstellungen und Makrotrends und welche Auswirkungen diese auf den Handel haben.

Es gibt auch eine ganze Reihe von IT-Positionen in der Entwicklung noch ausgereifterer e-trading-Plattformen, damit die Banken ihrer Konkurrenz immer eine Nasenlänge voraus bleiben.

Vergütung

Anforderungen

Die meisten Quants verfügen über eine Promotion in einem mathematisch ausgerichteten Fachgebiet und sie müssen auch ein gutes Wissen in Finanzinstrumenten und der entsprechenden Software wie MATLAB mitbringen.

Für andere Stellen im e-trading werden auch Softskills geschätzt. Im Sales kommt es laut Holden Sibley von Barclays beispielsweise darauf an, Kundenbeziehungen zu pflegen.

„Das scheint sonderbar zu sein, wenn man bedenkt, dass wir die Leute dazu bringen wollen, über eine Maschine zu handeln. Aber um erfolgreich zu sein, müssen wir ein gutes Verhältnis zu unseren Kunden entwickeln, ihre Bedürfnisse verstehen, ihr Vertrauen erwerben und herausbekommen, wie unsere Technologie Lösungen für ihre Probleme bietet“, sagt Sibley.

Aufgrund seiner Technologieabhängigkeit entwickelt sich der elektronische Handel immer weiter. Dies stellt einerseits eine Chance für die Leute dar, die in dem Bereich arbeiten. Denn sie sind immer am Puls der Weiterentwicklung. Auf der anderen Seite müssen Sie anpassungsfähig sein.

Ein Managing Director im Hochgeschwindigkeitshandel meint: „Sie müssen nicht nur Veränderungen akzeptieren, Sie müssen sie vielmehr umarmen, begrüßen und in den Wandel eintauchen.“

„Wir suchen nach der richtigen Mischung von technischem Wissen, Erfahrung im Trading, Marktverständnis und Kundenumgang“, sagt Stephane Loiseau, Head of Execution im Londoner Investmentbanking der Société Générale. „Anpassungsfähigkeit ist ebenfalls entscheidend, um den besten Service in einem sich rasant verändernden Umfeld zu bieten, in der sich die elektronischen Hilfsmittel entwickeln und mittlerweile zu Instrumenten avanciert sind, die alle Trader nutzen.

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