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Welche Tricks Recruiter rund um den Globus einsetzen

So mancher Recruiter hat immer noch einen Lebenslauf im Ärmel versteckt. (Foto: stevendepolo)

So mancher Recruiter hat immer noch einen Lebenslauf im Ärmel versteckt. (Foto: stevendepolo)

Vor allem aus angelsächsischen Ländern wird immer wieder von nicht ganz seriösen Recruiter-Tricks berichtet. Die weltweit schwierige Situation auf den Arbeitsmärkten für Finanzprofis scheint die Verbreitung unsauberer Praktiken zu fördern. Dies wird jedenfalls aus Asien berichtet, wo in den vergangenen Jahren viele Recruiter aus angelsächsischen Ländern hingezogen sind, um vom dortigen Wirtschaftswachstum zu profitieren.

„Die Mehrheit dieser Leute verfügen weder über einen Track-Record, einen Namen oder über erfahrenes Personal, weswegen sie mit ihren Erträgen zu kämpfen haben“, klagt Gary Lai, Managing Director Südostasien bei Charterhouse Partnership.

Dabei ist es nebensächlich, dass viele dieser Startup-Personalvermittlungen in Asien – und wahrscheinlich anderswo auch – angeblich günstigere, unerfahrene Consultants einstellen, die die Platzierung von Kandidaten wesentlich aggressiver angehen und so die Vermittlungsgebühren einstreichen.

In diesem Umfeld scheint die Zahl von skrupellosen Verhaltensweisen von Recruitern zu steigen. Dazu haben die Redakteure von eFinancialCareers rund um den Globus zusammengetragen, wie die schwarzen Schafe unter den Recruitern versuchen, schwache Erträge zu steigern. Dabei müssen wir jedoch betonen, dass derartige Verhaltensweisen keinesfalls überall praktiziert werden. Vielmehr ist den meisten Recruitern bewusst, dass es Sinn macht, sich an die Spielregeln zu halten.

1. Sich als Kandidat ausgeben

Schon in 2011 ist herausgekommen, dass einige Recruitment-Unternehmen auffällig makellose Lebensläufe in Lebenslaufdaten hochgeladen haben, wie sie etwa von eFinancialCareers betrieben werden, und darauf warten, von anderen Recruitern kontaktiert zu werden. Auf diese Weise können sie wertvolle Fragen stellen, wie etwa: „Welche Bank schreibt diesen Job aus?“ und sie können anschließend selbst versuchen, dort einen ihrer Kandidaten unterzubringen.

Dies scheint auch weiterhin vorzukommen – möglicherweise ist es sogar schlimmer geworden. Ein Recruiter aus London will mitbekommen haben, wie ein anderer Recruiter Networking-Events besucht und sich dabei als Kandidat ausgegeben hat. „Aber wer so etwas macht, muss schon mutig sein“, ergänzt er.

2. Anzeigen für nichtexistente Jobs schalten

Dabei handelt es sich um ein altbekanntes Problem in der Branche, allerdings scheint sich diese Unsitte weiter zu verbreiten. „Ich kenne Recruiter, die gefälschte Jobs ausschreiben, um ihre eigene Datenbank auszubauen“, bekennt ein US-Recruiter. Doch auch viele britische Recruiter dürften von ähnlichen Praktiken auf der Insel ein Lied singen.  Eine Variante besteht darin, einen Fantasie-Job zu schalten, der mit einem völlig überzogenen Vergütungspaket ausgestattet ist.

3. Die verzweifelte Such nach verborgenen Kandidaten

Ein exzellenter Kandidat, der seinen Lebenslauf nirgendswo platziert hat, wo ihn ein in-house Recruiter einer Bank finden könnte, stellt für einen Headhunter das Größte dar. Dies bedeutet, dass Recruiter manchmal dabei beobachtet werden, wie sie die Gästeliste einer Fachkonferenz ausspionieren. „Da gab es schon einen Recruiter, der doch tatsächlich Fotos von den Namensschildern am Empfang eines Kundenevents machte“, erzählt ein US-Recruiter scheinheilig.

4. Abschöpfen von Informationen bei Kandidaten

Von einem derartigen Fall wurde bereits in England berichtet. So hat ein Recruitment-Unternehmen von Kandidaten verlangt, schon bei der Registrierung zwei Referenzen anzugeben. Die Kandidaten sahen darin einen Versuch, die Namen ihrer Kollegen herauszubekommen.

Ein Kandidat aus Singapur berichtet jetzt von ganz ähnlichen Praktiken in Asien. „Bevor sie das Telefonat beendeten, fragen sie mich üblicherweise die allesentscheidende Frage, worin m.E. der Hauptgrund für das Gespräch besteht: Bin ich kürzlich zu Vorstellungsgesprächen eingeladen worden und wenn ja, von wem?“

5. Lebensläufe für die Stelle präsentieren, die Sie gerade aufgeben

Dies ist eher opportunistisch als skrupellos. So erzählt eine Kandidatin aus Sydney von einem Recruiter, der sie platziert hat. Er rief an und fragte, ob sie sich einige Lebensläufe ansehen könne, die für ihre alte Stelle infrage kämen.

Mit Informationen von den eFinancialCareers-Redakteuren Simon Mortlock (Singapur), Fred Yager und Beecher Tuttle (New York), Paul Clarke (London) und Tessa Bedford (Sydney).

Kommentare (1)

Comments
  1. I have applied for a finance manager job and received a telephone call from the ageny. After hearing how good my CV was, they asked if I had applied anywhere, for what job, if I had interviews, with whom…
    Needless to say the job DID NOT EXIST

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