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Bei der HVB überzeugen nur die Investmentbanker

Die HVB mutiert immer mehr zu einer Investmentbank mit angehängtem Privat- und Firmenkundengeschäft. So konnte die Münchner Tochter der italienische Unicredit-Group im ersten Halbjahr das Vorsteuerergebnis um erstaunliche 195 Prozent auf 1096 Mio. Euro steigern.

Allerdings entfallen hiervon allein 923 Mio. Euro auf das Corporate and Investmentbanking (CIB), das in der Unicredit-Group in München konzentriert ist. Im Vorjahreszeitraum hatte die Sparte lediglich ein Vorsteuerergebnis von 269 Mio. Euro eingestrichen. Dagegen steuerten das Private Banking lediglich 60 Mio. und das Privat- und Geschäftskundengeschäft bescheidene 6 Mio. Euro zum Vorsteuergewinn bei.

Deutlich geringere Risikovorsorge und Restrukturierungskosten lassen Gewinne sprudeln

“Trotz des weiterhin schwierigen wirtschaftlichen Umfelds, das von höherer Marktvolatilität geprägt war, haben wir im 1. Halbjahr 2010 ein starkes Ergebnis vor Steuern erzielt. Dazu beigetragen haben insbesondere die positiven Entwicklungen bei Provisionen und Handel sowie die deutlich verringerte Risikovorsorge”, sagte HVB-Chef Theodor Weimer.

So konnte die Risikovorsorge im Kreditgeschäft kräftig um 460 Mio. auf 509 Mio. Euro zusammengestrichen werden, was sich unmittelbar auf den Gewinn auswirkt. Auch der Aufwand für die Restrukturierung des Unternehmens purzelte um 267 Mio. Euro.

Nur die Investmentbanker kassieren deutlich mehr

Trotz des guten Ergebnisses wurde der beschlossene Personalabbau vorangetrieben. Die Mitarbeiterzahl sank in den ersten sechs Monaten im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2009 um 3,3 Prozent auf 19.785 Beschäftigte. Dagegen stieg der Personalaufwand im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,5 Prozent auf 927 Mio. Euro. Folglich zahlte die HVB pro Mitarbeiter knapp 49.300 Euro.

Allerdings arbeiten nahezu die Hälfte der Beschäftigten im ertragsschwachen Retailgeschäft. Dagegen dürfte die Laune bei den Investmentbankern deutlich besser ausfallen. So legte der Personalaufwand im CIB allein um 30 Prozent auf 397 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu.

Die Mitarbeiterzahl dürfte sich gegenüber Jahresende mit rund 4840 Beschäftigten laut einer Unternehmenssprecherin kaum verändert haben. Für jeden Investmentbanker zahlte die HVB also durchschnittlich rund 82.000 Euro.

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