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Julius Bär baut bis zu 1030 Stellen ab: Wo die Axt ansetzt

Julius Bär-Chef Boris Collardi will das Wealth Mangement von Bank of America Merrill Lynch. (Montage: eFinancialCareers.ch)

Julius Bär-Chef Boris Collardi will das Wealth Mangement von Bank of America Merrill Lynch. (Montage: eFinancialCareers.ch)

Schon bei der Ankündigung der Übernahme des  International Wealth Management-Geschäfts der Bank of America Merrill Lynch (IWM) durch Julius Bär war der jetzige Schritt abzusehen: Die ehrwürdige Schweizer Bank greift zur Axt und will die gemeinsame Kostenbasis bis 2015 um 15 bis 18 Prozent drücken. Rein rechnerisch würde dies auf einen Stellenabbau von etwa 850 bis 1030 Stellen hinauslaufen. Insgesamt beschäftigen Julius Bär und IWM noch etwa 5700 Mitarbeiter.

Gegenüber der Nachrichtenagentur sda wollte sich die Bank nicht dazu äußern, wo Julius Bär genau die Axt anlegen will. Allerdings verwies ein Unternehmenssprecher darauf, dass die Akquisition im Ausland stattfinde. Tatsächlich unterhält das IWM lediglich eine Niederlassung mit 220 Beschäftigten in Genf, wo direkte Überschneidungen mit dem Geschäft von Julius Bär in der Schweiz bestehen.

Auch die Analysten-Präsentation, die Julius Bär ins Netz gestellt hat, deutet auf einen Stellenabbau  im IWM der Bank of America Merrill Lynch hin. Dort betont das Institut ausdrücklich, dass die Aufwand-Ertragsquote in den letzten beiden Jahren bei astronomischen 103 und 114 Prozent lag und im ersten Halbjahr 2012 bei 110 Prozent.  Mithin schreibt das IWM tiefrote Zahlen.

Wenn Julius Bär bis 2015 eine Aufwands-Ertragsquote von 70 Prozent anstrebt, müssen die Kosten im IWM um ein Drittel runter. Dagegen scheint bei Julius Bär selbst weniger für Kostendrücker zu holen zu sein. Denn die Aufwands-Ertrags-Quote lag dort in den ersten sechs Monaten bereits bei 70 Prozent, womit die alte Julius Bär die Zielvorgaben für 2015 bereits heute erfüllt hat.

Dennoch sollte nicht frühzeitig zur Entwarnung für die Schweizer Mitarbeiter geblasen werden.  Obgleich sich Julius Bär bei Details zum Personalabbau zurückhält, betont die Bank, dass die gemeinsame Kostenbasis in „Middle- und Back-Office-Funktionen“ deutlich verringert werden soll. Daher dürften hier auch spürbare Einsparungen in Zürich stattfinden. Das Frontoffice in der Deutschschweiz dürfte hingegen aus dem Schneider sein.

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