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Jobmotor ESM: Sollten Sie für den Europäischen Stabilitätsmechanismus arbeiten?

Nicht nur Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker freut sich über den ESM, bietet der Rettungsschirm doch 40 neue Stellen.

Nicht nur Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker freut sich über den ESM, bietet der Rettungsschirm doch 40 neue Stellen.

Soeben wurde der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) in Luxemburg aus der Taufe gehoben. Bei der konstituierenden Sitzung verabschiedeten die 17 Finanzminister der Eurozone die Satzung und bestellten das Direktorium. Chef des Rettungsschirms wird der Deutsche Klaus Regling, der bereits die European Financial Stability Facility (EFSF) leitete.

Der ESM umfasst nominell ein Volumen von 700 Mrd. Euro, wovon indes nur 500 Mrd. ausgeliehen werden dürfen, wenn die Spitzenbonität von AAA gewährleistet bleiben soll. Bis 2014 sollen die Eurostaaten insgesamt Bareinlagen  von 80 Mrd. Euro leisten. Laut dem Verteilungsschlüssel haften vertragsgemäß Deutschland mit gut 27 Prozent, Österreich mit knapp 2,8 Prozent und Luxemburg mit 0,25 Prozent.

„Der Europäische Stabilitätsmechanismus ist gegründet. Das ist eine gute Nachricht für Europa“, frohlockte Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker. Angesichts der hohen Risiken für die Steuerzahler bezweifeln dies viele Bürger.

Wie viele Jobs der ESM schafft…

Dennoch haben Finanzprofis allen Grund, sich über die ESM-Gründung zu freuen. Denn der neue Rettungsschirm mit Sitz in Luxemburg benötigt reichlich zusätzliches Personal. In einem ersten Schritt wird der ESM laut der deutschen Financial Times die 60 Mitarbeiter des EFSF übernehmen. Bis zum Sommer 2013 sollen weitere rund 40 Stellen geschaffen werden. Ob es zu einem darüber hinausgehenden Stellenaufbau kommt, ist noch offen.

Besonders gute Chancen dürften vorerst Anleihehändler haben. Denn bislang wurde der Wertpapierhandel des EFSF von der Deutschen Finanzagentur abgewickelt. Fortan will der ESM dies in Eigenregie von Luxemburg aus wahrnehmen. Erste Emissionen sollen bereits getätigt worden sein.

Wie hoch die Gehälter ausfallen…

Auch die Bezahlung kann sich nach den Informationen der „Welt“ sehen lassen.  Demnach kann Regling als ESM-Chef selbst mit einem Salär von 324.000 Euro rechnen. Für leitende Angestellte sind Jahresgehälter zwischen 64.000 bis 167.000 Euro vorgesehen. Selbst „Assistenten und Hilfskräfte“ kassieren zwischen 22.000 bis 72.000 Euro. Von Boni ist bislang keine Rede.

Wie hoch die Gehälter besteuert werden…

Eine interessante Frage stellt sich bei der Versteuerung. Denn laut dem ESM-Vertrag fließt die Einkommensteuer in den ESM und nicht etwa in die nationalen Haushalte irgendwelcher Euroländer. In Paragraph 36,5 des Vertragstextes heißt es wörtlich: „Die Bediensteten des ESM unterliegen für die vom ESM gezahlten Gehälter und sonstigen Bezüge nach Maßgabe der vom Gouverneursrat zu beschließenden Vorschriften einer internen Steuer zugunsten des ESM. Vom Tag der Erhebung dieser Steuer an sind diese Gehälter und Bezüge von der nationalen Einkommenssteuer befreit.“

Stellt sich nur noch die Frage, wie hoch diese „interne Steuer zugunsten des ESM“ ausfallen sollte. Eigentlich unterliegen Arbeitskräfte, die in Luxemburg wohnen, auch der dortigen Einkommensteuer. Diese liegt empfindlich niedriger als in Deutschland oder Österreich, da der Höchststeuersatz von 39 Prozent erst ab der stolzen Summe von 150.000 Euro für Alleinstehende fällig wird. Aber es bleibt unklar, woran sich der ESM bei der Besteuerung seiner Mitarbeiter orientieren wird.

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