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Wie ein Schweizer Messer: Auf welche Fragen Aktuare in einem Vorstellungsgespräch stoßen

Mathematik ist nicht genug: Im Vorstellungsgespräch müssen Aktuare mit Persönlichkeit und Kommunikationsfähigkeit punkten.

Mathematik ist nicht genug: Im Vorstellungsgespräch müssen Aktuare mit Persönlichkeit und Kommunikationsfähigkeit punkten.

Auch bei Aktuaren handelt es sich um menschliche Wesen, obgleich ein Hiring Manager von ihnen behauptet, sie hätten „Gehirne von der Größe eines Planeten“. Doch wenn es zu einem Vorstellungsgespräch kommt, dann sind die meisten Unternehmen eher an der Persönlichkeit als an technischen Kompetenzen interessiert und Aktuare stehen nicht gerade im Ruf, besonders extrovertiert zu sein. Laut Recruitern stolpern Aktuare daher oftmals über Fragen zu ihrer Persönlichkeit. Dabei mögen sie gegenüber anderen Aktuaren sehr gesprächig sein, doch wenn sie auf Chief Financial Officers, Chief Risk Officers, HR-Mitarbeiter oder andere Führungskräfte treffen, dann kommen sie oftmals nicht gut an. Daher haben wir hier einige Fragen zusammengestellt, auf die Aktuare in Vorstellungsgesprächen regelmäßig treffen:

„Was würden Sie ändern, wenn Sie für uns arbeiten?“

Die meisten Versicherungen oder Consulting-Unternehmen werden Sie mit einer Fallstudie konfrontieren, wobei es um die Analyse eines (Schein-) Modells handelt, das bei dem potenziellen Arbeitgeber im Einsatz ist und wobei Sie gefragt werden, was hieran nicht stimmt und was man besser machen könnte, erläutert Steve Stubbings von dem auf Aktuare spezialisierten Recruitment-Unternehmen The Emerald Group.

„Dabei handelt es sich eher um einen Persönlichkeitstest als um eine Überprüfung von Fachkenntnissen“, sagt Stubbings. „Im Grunde bittet der Arbeitgeber den Aktuar, sein professionelles Wissen anzuwenden, um ein Problem zu identifizieren, was aber auf eine leicht verständliche Weise ausgedrückt werden muss“, ergänzt der Experte.

„Erklären Sie, wieso Sie an der Stelle und dem Unternehmen interessiert sind“

Sicherlich handelt es sich hierbei um eine allgegenwärtige Frage, doch bei Aktuaren kommt ihr ein spezieller Aspekt zu. Da es sich um einen klaren Bewerbermarkt handelt,  stellt das Recruitment von Aktuaren wahres Headhunting dar – von Lebensläufen werden derartige  Headhunter jedenfalls nicht überschwemmt. Daher wollen die Recruiter laut Stubbings ein wenig Begeisterung für die neue Stelle sehen.

„Wieso wollen sie wechseln? Aktuare zählen nicht zu den besonders risikobereiten Leuten. Daher wollen die Arbeitgeber die Motivation für die Wechselbereitschaft verstehen – gleich ob es sich um die Unternehmenskultur oder Karrierechancen handelt“,  erläutert Stubbings.

„Wie würden Sie diesen Fachbegriff meiner Großmutter erklären?“

Als Aktuar genügt es nicht, gute Arbeit zu leisten. Vielmehr geht es auch darum, den Sinn von mathematischen Modellen und Annahmen relativ unwissenden Personen zu erläutern. Michael Walter vom Beratungsunternehmen Aon Hewitt  berichtet von einem Beispiel, bei dem ein Kandidat einen Jahresbericht einer Gruppe unterschiedlicher Personen erläutern sollte.

„Ich würde zunächst darüber nachdenken, was die Gruppe wissen muss, die Details so weit wie möglich minimieren und eine Sprache und Fachbegriffe verwenden, die zur Zielgruppe passt. Vielleicht nutzen Sie  Analogien oder zeichnen Bilder oder Diagramme. Sie müssen immer im Hinterkopf behalten, dass was  bei einigen Leuten funktioniert, nicht unbedingt bei anderen funktioniert“, betont Walter.

„Erzählen Sie uns von einem Beispiel, als Sie Schwierigkeiten mit Kollegen hatten und wie Sie es gelöst haben?“

Das Ziel dieser Frage besteht darin, einen Eindruck davon zu gewinnen, wie ein Aktuar mit Kollegen und Führungskräften umgeht, gleich ob es darum dreht, einem jungen Kollegen zu helfen oder den Anforderungen von Führungskräften zu entsprechen. Laut Paul Walsh vom auf Aktuare spezialisierten Recruitment-Unternehmen Acumen Resources  geht es dabei meist einfach darum, die Kommunikationsfähigkeiten zu testen.

„Arbeitgeber wollen Belege für eine gesunde Zusammenarbeit sehen, doch zur Hälfte geht es darum zu sehen, wie Aktuare antworten, wenn Sie eine Geschichte in fünf Minuten erzählen sollen“, sagt Walsh. „Für Aktuare werden geschäftliche und technische Kompetenzen immer wichtiger und Kommunikationsfähigkeiten gehören nun einmal dazu.“

„Wie können Sie mit den vielfältigen Kundenwünschen umgehen?“

Es ist verlockend, einen langen Monolog über Ihre zahlreichen Kompetenzen und Berufserfahrungen zu halten, um zu zeigen, wie gut Sie zu dem Arbeitsplatz passen.  Doch laut Geraldine Kaye von GAAPS Actuarial Recruitment interessiert die meisten Leute in einem Vorstellungsgespräch hauptsächlich die Persönlichkeit.

„Die perfekte Antwort lautet: ‚Ich bin wie ein Schweizer Taschenmesser. Ich habe das passende Werkzeug für jede Gelegenheit‘. Denn wenn ein Gesprächspartner Ihre Fachkenntnisse überprüfen wollte, dann würde er Ihnen eine Fallstudie vorlegen“, erläutert Kaye.

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