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Branche erklärt III: Fondsmanagement – Die Kunst des langfristigen Investierens

Im Fondsmanagement geht es darum, das Geld anderer Leute zu investieren und hierfür Gebühren zu kassieren. Dabei kann es sich um das Geld einzelner Personen, aber auch von institutionellen Anlegern handeln.

Fondsmanager, die auch als Asset Manager bezeichnet werden, unterscheiden sich in zwei Kategorien – je nachdem, ob eine aktive oder passive Anlagestrategie verfolgt wird. Die aktiven Fondsmanager nutzen ihre Fähigkeiten, um Portfolios aufzubauen, die eine bestimmte Benchmark wie etwa einen Aktienindex schlagen.

Dagegen versucht ein passives Fondsmanagement einen festgelegten Index möglichst genau nachzubilden, was auch als Indextracking bezeichnet wird. Die Performance eines solchen Fonds entspricht also der Marktentwicklung. „Generating Alpha“ bedeutet in diesen Kontext, einen Index zu schlagen und „Generating Beta“, einen Index zu tracken.

Allerdings ist das Feld von Anlagevarianten innerhalb dieser beiden Felder riesig. So gibt es zum Beispiel die Investitionsstrategie des „Bottom up“, wobei der Fondsmanager einzelne Aktien oder anderen Wertpapiere herauspickt. Eine weitere Strategie stellt die Strategie des „Top down“ dar, wobei die Entwicklung von Volkswirtschaften oder einzelner Branchen beachtet wird.

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Karrierewege

Stellen im Investmentmanagement: Dort wird das Geld angelegt, das vom Asset Management-Unternehmen verwaltet wird. Dabei handelt es sich oftmals um Analysten, die nach den besten Unternehmen und Produkten für ein Investment suchen, und um Portfolio Manager – auch als Fondsmanager bekannt, die für die Anlageentscheidungen bei Fonds in ihrem Spezialgebiet zuständig sind. Das können Aktien, Anleihen oder alternative Anlageklassen sein.

Stellen im Vertrieb: Diese decken Sales, Marketing, Produktentwicklung und Kundendienst ab, die die Dienstleistungen der Fondsgesellschaft verkaufen bzw. die Kundenziehung pflegen.

Absolventen fangen in Fondgesellschaften normalerweise als Research Analysten an, die eng mit den Fondsmanagern zusammenarbeiten, Unternehmen besuchen und deren Investmentpotenzial abschätzen oder sich durch Analysteneinschätzungen und Geschäftsberichte durcharbeiten.

Nach etwa drei Jahren, in der Sie vielleicht die Fortbildung des Chartered Financial Analyst (CFA) anstreben, schlagen die Analysten für gewöhnlich zwei unterschiedliche Wege ein: So können Sie zu einem Senior Analyst werden und sich auf eine bestimmte Branche oder Region spezialisieren und ihre Kenntnisse von Investmentideen und Strategien vertiefen.

Oder Sie können sich zu einem Junior Fondsmanager weiterentwickeln, wo Sie lernen, wie Sie Investitionsentscheidungen fällen und Portfolios auf eine bestimmte Anlagestrategie ausrichten.

Ähnlich wie im Investmentbanking gibt es bei Fondsgesellschaften eine Reihe von Middleoffice-Jobs wie Compliance, Technology, Operations, Performance-Messung und Risikomanagement. Doch die besser bezahlten Stellen befinden sich in Vertrieb und Investmentmanagement.

Vergütung

Die Vergütungen im Asset Management erreichen nicht die schwindelerregenden Höhen wie im Investmentbanking, und fallen dennoch respektabel aus. In Großbritannien lag in 2011 das durchschnittliche Vergütungsniveau laut dem Beratungsunternehmen PRPi bei 156.000 Pfund (250.000 Dollar). Ein Junior Portfoliomanager in London kann laut dem Recruitmentunternehmen Robert Walters mit einem Gehalt von 60.000 bis 80.000 Pfund (96.000 bis 129.000 Dollar) rechnen.

Dagegen verdienen Fondsmanager in Deutschland mit drei bis sieben Jahren Berufserfahrung zwischen 70.000 bis 100.000 Euro (86.000 bis 124.000 Dollar), was mit mehr als sieben Jahren Berufserfahrung auf 90.000 bis 130.000 Euro (110.000 bis 160.000 Dollar) ansteigt.

In den USA, dem größten Asset Management-Markt der Welt, fallen die Vergütungen höher aus. Laut den Marktforschungsunternehmen Johnson Associates und Greenwich Associates beläuft sich die durchschnittliche Vergütung der Manager von Aktienfonds auf 850.000 Dollar, während dies im Fixed Income-Geschäft zwischen 340.000 bis 525.000 Dollar liegt.

Anforderungen

Sie sollten nicht erwarten, dass Fondsmanager ein einfaches Leben haben. Vielmehr müssen Sie ein Experte darin sein, eine große Menge an Daten auszuwerten und die Leidenschaft fürs Investieren mitbringen. Darüber hinaus werden Sie scharf nach Ihrer Performance beurteilt. Ein Fondsmanager erzählte uns: „Es ist so, als wenn Sie ein Student sind, der jeden Tag zu einer Prüfung antritt, eine Note erhält und dessen Resultate in der Zeitung veröffentlicht werden.“

Fondsgesellschaften heuern üblicherweise eine kleinere Zahl an Absolventen an als Banken und die Anforderungen unterscheiden sich laut Mark Burgess, Chief Investment Officer bei Treadneedle, beträchtlich.

„Im Investmentbanking beraten Sie normalerweise Kunden und versuchen diesen von irgendetwas zu überzeugen. Aber Sie fällen die Entscheidungen nicht selbst“, ergänzt Burgess. „Doch als Fondsmanager verwalten Sie ein Portfolio wie ein Investor. Wir müssen keine Leute davon überzeugen, irgendetwas zu unternehmen, wir machen es selbst. Wir sind eher Investoren als Berater.“

Dabei ist der Wettbewerb in den zurückliegenden Jahren schärfer geworden. Tatsächlich erwarten die Fondsmanager, dass die Absolventen besser auf den Job vorbereitet sind, als dies in der Vergangenheit der Fall gewesen ist.

„Für eine Karriere im Asset Management sollten Sie schon im Studium viele Veranstaltungen in Finance, Volkswirtschaft, Rechnungslegung und Mathematik belegen“, rät James Keenan, der Managing Director bei BlackRock ist. „Da der Wettbewerb auf dem Arbeitsmarkt höher als jemals zuvor ist, sollten Sie aus der Masse hervorstechen, in dem Sie Investmentclubs beitreten, mit Kollegen oder der Hochschulstiftung zusammenarbeiten. Viele Hochschulen bieten Programme oder Kurse für Spitzenstudenten an, wobei Sie für die Hochschulstiftung arbeiten oder sogar einen Teil verwalten können“, erzählt Keenan.

Dies reflektieren auch die Verantwortlichkeiten, die an Junior Fondsmanager übertragen werden. So veranstalten alle Unternehmen ihre eigenen Fortbildungsprogramme, dennoch stellt ein Verständnis für die Märkte vor dem Einstieg einen wichtigen Vorteil dar.

Um ein guter Fondsmanager zu sein, genügt es nicht, Geschäftsberichte zu analysieren, die Turbulenzen auf den Märkten zu beobachten und die richtigen Entscheidungen zu fällen. So sollten Fondsmanager von Natur aus neugierige Leute sein, die sich über die aktuellen Ereignisse auf dem Laufenden halten, gleich ob es sich um einen technologischen Durchbruch oder politische Veränderungen in einem bestimmten Land handelt und die Folgen hiervon für künftige Investitionen abschätzen können.

„Von Anfang an wird Ihnen die Gelegenheit gegeben, den Fondsmanagern Investmentideen vorzuschlagen, die diese dann umsetzen“, sagt Burgess. „Wir bringen Ihnen bei, wie Sie Unternehmen, Marktrends und bestimmte Produkte analysieren. Mit der Zeit sammeln Sie mehr Erfahrung, erhalten mehr Verantwortung und nach fünf oder sieben Jahren werden Sie selbst ein Fondsmanager sein“, ergänzt Burgess.

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