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GASTKOMMENTAR: Nur ein Trottel würde heutzutage im Private Equity arbeiten

Private Equity, wie wir es kannten, ist Geschichte. Ich weiß das aus erster Hand, weil ich selbst bei einem Private Equity-Fonds arbeite.

Wie jedes Geschäftsmodell in den Finanzdienstleistungen hatte es seine bescheidenen Anfänge, seine Blütezeit und erlebt jetzt einen langsamen Niedergang. Als Folge davon können Sie vergessen, im Private Equity angeheuert zu werden, falls Sie hoffen, dorthin aus einer langweiligen Stelle im Banking oder Rechnungswesen zu gelangen.

Private Equity ist nicht länger eine Branche, wo das einzige Ausstiegsszenario in einem MBA oder im Vorruhestand besteht. Junge Mitarbeiter haben bei verschiedenen Fonds nur geringe oder gar keine Boni erhalten – manchmal sogar über ein oder zwei Jahre hinweg. Zum ersten Mal fürchten sie um ihre Jobs.

In der vergangenen Woche wurde mir bei einem Bier eine interessante Geschichte von einem Rechtsanwalt erzählt, der den Hauptteil seiner Karriere mit der Arbeit für Kunden aus den Finanzdienstleistungen verbracht hat. Ungewöhnlicherweise hat er bei keinem Unternehmensempfang in diesem Sommer irgendwelche Associates getroffen. Da es nur so wenige Geschäfte gibt, besetzen die hochrangigeren Mitarbeiter alle Plätze bei Opernaufführungen, Fußballspielen und Pferderennen.

Private Equity war niemals eine große Kunst. Sie brauchen lediglich drei Dinge, um ihre Erträge zu erwirtschaften: Wachstum im Cashflow, eine hohe Leverage und kräftige Expansion. Von allen drei Faktoren ist allerspätestens seit 2008 nicht viel zu sehen. Überdies weiß niemand so genau, wann diese zurückkehren werden. Und dabei ist es unerheblich, was die Grauhaarigen wie David Rubinstein (Carlyle), Henry Kravis (KKR) oder Ronald Cohen (Apax) öffentlich von sich geben.

Zu den bekannten Opfern zählen Terra Firma, Candover und 3i. Und selbst die Fonds, deren Portfolios sich Gerüchten zufolge noch in guter Form befinden, bitten die Direktoren, die verantwortlich für die Schwächen in ihren Büchern sind, vor die Tür und erschießen sie dort. Obgleich die meisten ihrer Investitionen naturgemäß privat und nicht börsennotiert sind, sehen wir jetzt interessanterweise Fonds, die in die gleichen Unternehmen investieren und dennoch sehr unterschiedliche Bewertungen für die gleichen Investitionen melden.

Abgesehen von der Chemie einzelner Geschäfte stürzt die gesamte Anlageklasse ab. Der Zufluss von Neugeldern hat sich verlangsamt; noch nie waren Investoren so unwillig, neues Geld zur Verfügung zu stellen und wollen zuerst etwas von ihrem bereits investieren Geld wiedersehen. Ausstiege werden immer schwieriger, seit die Märkte skeptisch dabei sind, Beteiligungen zu kaufen, bei denen das Private Equity bereits die Kosten zusammengestrichen hat. Das Etikett der Kostenstraffung, das in den 1980er zählte, steckt fest.

Und selbst wenn es ihnen gelingen sollte, Geld zu machen, dann unterliegen die ausgezahlten Boni wahrscheinlich den jüngst erhöhten Steuern und die Auszahlung muss auch noch verschoben erfolgen. Nach der herkömmlichen Weisheit erfordert ein Erfolg in Private Equity heutzutage eine Nischenstrategie – Investitionen in Schwellenländer, die Optimierung des Geschäftes etc. Ich hoffe, dass dies zutrifft – andernfalls erscheint eine Rückkehr ins Investmentbanking verlockend.

Bei dem Autor handelt es sich um einen früheren M&A-Associate, der jetzt für einen Private Equity-Fonds arbeitet.

Kommentare (2)

Comments
  1. BullShit!! Selten so viel Müll in einem Beitrag gelesen.

    Das PE Geschäftsmodell wird sich etwas anpassen in Richtung mehr operativer Eingriffe, dass ist klar. Auch einige Bereiche wie z.B. Mega BuyOuts werden nachlassen. Aber was Gehälter bzw. Carry angeht, ist PE (zumindest bei den vernünftigen Funds) immernoch die Branche to be in wenn man sich die Vergütung mid bzw. longterm anschaut…

  2. Das passiert nun mal, wenn man fast nur ‘hungrige’ Leute mit M&A Background einstellt. Und genau darunter hat unser Berufsethos ohne Zweifel gelitten. Gehen Sie bitte zurueck in das Investment Banking.

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