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Wieso der Abbau von 543 Stellen im Backoffice der Deutschen Bank erst der Anfang ist

Deutsche Bank (Photo credit: mattingham)

Deutsche Bank (Photo credit: mattingham)

Eine Meldung der Süddeutschen Zeitung (SZ) sorgt heute für reichlich Rauschen im Blätterwald. Die Zeitung hat interne Unterlagen zugespielt bekommen, wonach die Deutsche Bank 543 Stellen in ihrem Backoffice abbauen will.

Konkret sollen 80 Prozent des Kahlschlags auf die Zentrale der Postbank in Bonn und weitere 20 Prozent auf die Deutsche Bank in Frankfurt entfallen. Die Maßnahmen gehen auf eine Zusammenlegung von Backoffice- und Zentralfunktionen der Deutschen und der Postbank zurück, mit der der Konzern künftig jährlich 770 Mio. Euro einsparen möchte.

Laut der SZ sind vor allem die Bereiche Finanzen, Risiko, Controlling, Personal, Treasury, Volkswirtschaftliche Analyse und Recht betroffen. Schon diese Auflistung zeigt, dass viele der Betroffenen nicht allzu tief fallen dürften. Denn namentlich in Risiko, Controlling und Recht (vor allem Compliance) werden von vielen Banken in Deutschland derzeit händeringend Experten gesucht. Mithin dürften den Betroffenen demnächst einige Anrufe von Headhuntern bevorstehen.

Allerdings war’s das schon mit den guten Nachrichten. Denn bei dem – übrigens lang erwarteten Stellenabbau – im Backoffice der Deutschen und Postbank dürfte es sich lediglich um einen kleinen Anfang handeln. Dies belegt eine einfache Rechnung: So haben die beiden Co-Chefs des Konzerns Anshu Jain und Jürgen Fitschen beim Investorentag angekündigt, die jährlichen Kosten bis 2015 um 4,5 Mrd. Euro drücken zu wollen.

Dabei wies der Konzern im Geschäftsjahr 2011 Gesamtkosten von exakt 25,999 Mrd. Euro auf, wovon 13,135 Mrd. oder 50,5 Prozent allein auf den Personalaufwand entfielen. Aus diesem Grunde müssten von den geplanten Kosteneinsparungen von 4,5 Mrd. Euro stolze 2,272 Mrd. Euro auf das Personal entfallen. Da die Bank in 2011 für jeden ihrer Mitarbeiter 130.055 Euro springen ließ, müsste die Deutsche Bank rein rechnerisch 17.473 Stellen abbauen.

Sicherlich handelt es sich hierbei nur um eine hypothetische Berechnung. Dennoch kann die Bank von einem Anteil von gut 50 Prozent der Personal- an den gesamten Verwaltungskosten nicht dramatisch nach oben abweichen, da ähnliche Werte branchentypisch sind. Weiter dürften in dieser Zahl auch Abbaumaßnahmen enthalten sein, die in der Vergangenheit angekündigt wurden. Nicht zuletzt dürften die Boni im Investmentbanking weiter fallen.

Wenn die SZ also von einem Branchenentscheider erfahren haben will, dass  eher 4000 bis 6000 Stellen wegfallen dürften, dann handelt es sich hierbei sehr wahrscheinlich um einen zu niedrig angesetzten Wert. Der Betriebsrat kann sich schon mal auf harte Zeiten einstellen.

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