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Neue Hoffnung für 1200 BHF-Mitarbeiter: Deutsche Bank schlägt Ladenhüter los

Die BHF-Bank in Frankfurt.

Die BHF-Bank in Frankfurt.

Bei der BHF-Bank wurden in den vergangenen Jahren hunderte von Jobs abgebaut. Ohne Käufer wäre der Deutschen Bank nichts anderes übrig geblieben, als die ungeliebte Tochter konzernintern abzuwickeln. Doch jetzt keimt neue Hoffnung auf. So hat sich der Branchenprimus endlich mit dem belgischen Finanzinvestor RHJ International auf einen Verkaufspreis von 384 Mio. Euro geeinigt, wie das Institut am heutigen Donnerstag (20. September) mitteilte.

Der Verkaufspreis soll bar in die Kassen der Deutschen Bank fließen. Der Deal steht allerdings noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die deutsche Finanzaufsicht BaFin. Bereits Anfang 2011 war die Deutsche Bank mit dem Verkauf des Tochterunternehmens im letzten Augenblick gescheitert. Damals war sich der deutsche Branchenprimus mit der Liechtensteiner LGT Group einig geworden. Doch die beiden Banken hatten die Rechnung ohne die BaFin gemacht, die den Deal torpedierte.

Dass sich die Deutsche Bank jetzt mit der Verkaufsmeldung an die Öffentlichkeit wagt, spricht dafür, dass sich die Bank mit dem Verkauf recht sicher ist. Zu sehr hatte der gescheiterte Verkauf an dem Image der Bank gekratzt.

Dabei handelt es sich bei dem Käufer RHJ International um keine wirkliche Überraschung. Bereits seit Juli 2011 hatte die Deutsche Bank mit dem belgischen Finanzinvestor exklusive Verhandlungen geführt. Aufgrund offener Finanzierungsfragen war die Transaktion jedoch lange nicht zustande gekommen.

RHJ International wird von dem ehemaligen Dresdner Bank-Vorstand Leonhard (kurz: Lenny) Fischer geführt. Der Finanzinvestor will die BHF Bank mit der Kleinwort Benson Group (KBG) zusammenführen, die sich bereits im Besitz von RHJ International befindet. Allerdings übernimmt damit gewissermaßen ein Zwerg einen (kleinen) Riesen. Denn die KBG verwaltet derzeit Assets von rund 9 Mrd. Euro; bei der BHF Bank sind es immerhin 36 Mrd. Euro.

RHJ International-Chef Lenny Fischer zeigte sich unterdessen zufrieden: „Die BHF-Bank zeichnet sich durch ihre starke Marktpositionierung in all ihren Geschäftsfeldern, eine lange Tradition und eine starke Bilanz aus. Beide Banken, BHF-Bank wie KBG, verfolgen mit dem Fokus auf Unternehmer, Unternehmen und vermögende Kunden das gleiche Geschäftsmodell in ihren jeweiligen Heimatmärkten. Die beabsichtigte Transaktion eröffnet aus unserer Sicht die Möglichkeit, eine erfolgreiche kundenfokussierte Finanzdienstleistungsgruppe zu schaffen.“

Branchenbeobachter hatten in der Vergangenheit mehrfach kritisiert, dass die BHF-Bank eher einer kleinen Universalbank gleiche und in wenigen Geschäftsfeldern erfolgreich aufgestellt sei. Daher dürften die Mitarbeiter mit Spannung erwarten, welche Restrukturierung Fischer bei der BHF-Bank vorhat. Diese wahrscheinlich tiefgreifende Umgestaltung dürfte indes für die Mitarbeiter besser sein, als bei der Deutschen Bank konzernintern sukzessive beerdigt zu werden.

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