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FRED BAYR: Wie Sie einem Recruiter ein Feedback aus der Nase ziehen

“Wenn ich eine Feedback von meinem Kunden erhalte, dann rufe ich Sie sofort an.”

Falls Bewerbern ein Euro gezahlt würde, wenn sie solche Sätze von einem Headhunter hören, dann könnten sie die Staatsschulden bis zum August zurückzahlen. Doch leider ist das nicht der Fall und Recruiter bringen noch immer solche Sätze an den Mann. Und wenn ein Bewerber solche Sätze vernehmen durfte, dann war das oftmals das letzte, was er von seinem Headhunter hörte.

Dies stellt ein großes Ärgernis dar, zumal wenn Sie Ihre Karriere ernst nehmen. Dazu müssen Sie genau wissen, wo Ihre Stärken und Schwächen liegen.

Wenn Sie wollen, dass Sie von Recruitern zurückgerufen werden, dann müssen Sie selbst die Initiative ergreifen. Dazu empfehle ich Ihnen Folgendes:

1. Hegen Sie keine allzu großen Erwartungen, aber kündigen Sie Ihre Zusammenarbeit auf, wenn Recruiter dem nicht nachkommen

Im Grunde gibt zwei verschiedene Arten von Feedbacks:

Die eine Art des Feedbacks besteht in der Beantwortung der Frage, wieso ein Kunde Ihren Lebenslauf zurückweist; die andere darin, wieso Sie nach einem Vorstellungsgespräch zurückgewiesen werden.

Bei der ersten Kategorie fällt es besonders schwer, den Recruitern Informationen aus der Nase zu ziehen, aber gerade hier ist es besonders wichtig. Falls Sie die Sichtung Ihres Lebenslaufes nicht überstanden haben sollten, dann müssen Sie erst recht die Gründe hierfür in Erfahrung bringen.

Dabei sollten Sie sich nicht mit solchen Antworten abspeisen lassen: “Sie haben sich für jemanden mit mehr Erfahrung entschieden.” Eine derart vage Aussage hilft niemandem weiter und wird von solchen Leuten vorgebracht, die zu selbstsüchtig sind, um Kandidaten mit Feedbacks zu versorgen, mit denen Sie keine Gebühren verdienen. Falls Sie sich selbst in dieser Situation befinden, dann besteht Ihre beste Option darin, mit diesem Recruiter nie wieder zusammenarbeiten.

2. Seien Sie zunächst geduldig

Falls Sie zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen worden sind, dann herzliche Glückwünsche.

Anschließend sollten Sie sich auf eine lange Wartezeit gefasst machen. Denn Ihr Recruiter muss mit einem Hiring Manager zurechtkommen, der unter extremen Druck steht und und über zu wenig Personal verfügt. Der Mangel an Feedback geht wahrscheinlich auf die bankinternen Arbeitsabläufe zurück und nicht auf die Arbeitsmoral Ihres Recruiters. Beim Einstellungsprozess geht es oftmals wie bei der Deutschen Bundesbahn zu. Seien Sie also auf Verspätungen gefasst.

3. Drängeln Sie unauffällig

Falls Sie schon mehr als eine Woche gewartet und nichts gehört haben, dann agieren Sie proaktiv. Wenn Sie Ihren Berater unter Druck setzen, dann muss er diesen Druck an seinen Kunden weitergeben.

Denn falls Sie ein herausragender Bewerber sind, dann haben Sie das Heft in der Hand. Die Banken wissen, dass ein erschreckender Mangel an Talenten herrscht und wenn sie sich nicht schnell genug bewegen, dann haben sie schon verloren. Sofern sich Ihr Berater nach einer Anfrage nicht rührt, dann erinnern Sie ihn höflich daran, dass es noch jede Menge andere Recruiter gibt, von denen Sie Anrufe erhalten.

4. Suchen Sie direkt Kontakt zum Kunden

Falls zwei Wochen ins Land gestrichen sind und Sie nichts weiter gehört haben als dünne Ausreden, dann sollten Sie den Kunden direkt anrufen.

Wenn Sie es mit dem Erhalt eines Feedback ernst meinen, dann müssen Sie proaktiv sein, aber nur wenn alle Versuche über Ihren Berater gescheitert sind.

Falls nichts davon funktioniert, dann geben Sie auf. Hören Sie auf, sich weiter zu bewerben und bleiben Sie, wo Sie sind.

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