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Volksbanker: 9,3 % mehr – oder doch nicht?

Der Arbeitgeberverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. (AVR) überraschte vergangenen Freitag mit der Nachricht, der tariflose Zustand der genossenschaftlichen Kreditinstitute sei beendet. Nach zwei Jahren ohne Gehaltstarifvertrag stellte der AVR das Ergebnis der aktuellen Tarifrunde vor: 9,3 % mehr Geld für die Banker in den Volks- und Raiffeisenbanken.

“Alle Beteiligten hatten das Ziel, an einem gemeinsamen tariflichen Vergütungsstandard für die Genossenschaftsbanken und ihre Beschäftigten festzuhalten”, so der AVR-Verhandlungsführer Axel Lekies. Und genau hier liegt der Pferdefuß: Beteiligt waren an den erfolgreichen Verhandlungen auf Gewerkschaftsseite die kleinen Gewerkschaften DBV (Deutscher Bankangestellten-Verband) und DHV – Die Berufsgewerkschaft. Wer fehlte, war ver.di.

Die Verhandlungen mit dem klassischen Verhandlungspartner der Bankenarbeitgeber nämlich waren erst am Vortag ergebnislos abgebrochen worden. Entsprechend waren die Reaktionen der ver.di-Führer: “Das ist ein skandalöser Billigabschluss, der keine Basis für einen Tariffrieden darstellt”, kritisiert ver.di-Bundesvorstandsmitglied Uwe Foullong. “Mit diesem Tarifergebnis verlieren die Beschäftigten Geld, weil noch nicht einmal die Inflationsrate ausgeglichen wird.”

9,3 % mehr Geld ein skandalöser Billigabschluss? Ein Blick in das ausgehandelte Ergebnis gibt Aufschluss: Die Summe setzt sich zusammen aus insgesamt vier schrittweisen Gehaltserhöhungen, die die bereits freiwillig gezahlten Lohnzuwächse in den Jahren 2006 und 2007 beinhalten. Unterm Strich bleiben für den September 2008 eine Erhöhung um 3,0 % und eine anschließende Gehaltserhöhung im September 2009 um 2,0 %.

“DBV und DHV schenken den Arbeitgebern Geld der Beschäftigten – ein ungeheuerlicher Vorgang, den ver.di nicht mittragen wird, der jedoch zu einer tarifpolitischen Spaltung bei den Genossenschaftsbanken führt”, erklärte Foullong. In den nächsten Wochen werde der Konflikt in den Betrieben mit den Beschäftigten erörtert. Es werde zu Protestaktionen kommen. Arbeitskampfmaßnahmen seien nicht mehr auszuschließen.

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