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Kündigen – und im Resturlaub arbeiten?

Stellen Sie sich mal folgenden Fall vor:

Ein neuer Arbeitgeber winkt mit einem deutlich besser honorierten Job, das Umfeld passt, sie könnten eigentlich gleich morgen anfangen.

Doch genau hier liegt der Hund begraben: Leider haben Sie mit Ihrem aktuellen Arbeitgeber eine vierwöchige Kündigungsfrist vereinbart.

“Gut”, denken Sie sich. “Dann nehme ich eben meinen kompletten Jahresurlaub und fange bereits nächste Woche an.”

Irrtum, warnt der Berliner Arbeitsrechtler Ulf Weigelt.

Wenn Sie während des Resturlaubs bei der neuen Firma anfangen, kann Ihr Noch-Arbeitgeber fristlos kündigen, die Zahlung des Gehalts verweigern und Sie unter bestimmten Umständen sogar noch auf Schadenersatz verklagen.

Zum allen Überfluss könnte diese Tatsache auch noch – verklausuliert zwar, aber für jeden Personalchef verständlich – im Arbeitszeugnis auftauchen.

Was würden Sie tun? Auf Nummer sicher gehen und damit riskieren, dass der neue Arbeitgeber nicht so lange auf Sie warten will? Oder es auf einen Versuch ankommen lassen, in der Hoffnung, dass es der gegenwärtige Brötchengeber nicht mitbekommt?

Kommentare (4)

Comments
  1. Ich hab’s bereits gemacht, und meine Ex-Firma hat es nicht mitbekommen. Vermutlich geht es nur dort, wo der Name nicht sofort publik gemacht werden muss.

  2. Für mich kommt der Hinweis zu spät. Mein früherer Arbeitgeber hat tatsächlich mitbekommen, dass ich noch während des Urlaubs die neue Stelle angetreten habe – und hat mich prompt entlassen.

  3. Ich kann dem Kollegen nur zustimmen. So lange ich nicht sofort mit meinem Namen hausieren gehen muss, zum Beispiel als Vertriebsmitarbeiter, dann könnte ich mir das durchaus vorstellen. Letztlich kommt es aber auf die Gehaltsdifferenz an. Für ein paar hundert Euro extra würde es sich jedenfalls nicht lohnen.

  4. Der Urlaub ist zur Erholung da, 1 BURlG ( Jeder Arbeitnehmer hat in jedem Kalenderjahr Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub.)
    Daher regelt 8 BUrlG: Während des Urlaubs darf der Arbeitnehmer keine dem Urlaubszweck widersprechende Erwerbstätigkeit leisten.

    Deutschland ist eh eines der AN-freundlichste Land, daher ist es richtig, daß wenigstens hier der AG sich wehren kann. Warum sollte man auch doppelt verdienen?! Zudem geht es hier auch um die Frage der Fairness. Jeder neue AG, der wegen Kündigungsfrist des AN von der Einstellung absieht und damit einen potentiellen neuen AN zu genannten illoyalem Verhalten anstiftet / zwingt, sollte meiner Ansicht nach mit Vorsicht zu genießen sein. Neben der Gesetzteswidrigkeit ist dies für mich auch eindeutig unmoralisch…

    AN, die ohne Scham und Scheu ihren AG “bescheißen”, sind meiner Erfahrung nach auch die, die sich als erstes über unfaires Verhalten des AG beschweren.

    DW – selber Arbeitnehmer

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