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Wie Kandidaten Headhuntern und HR-Managern auf den Wecker fallen

Fallen Sie bloß nicht Ihrem Recruiter auf den Wecker.

Fallen Sie bloß nicht Ihrem Recruiter auf den Wecker.

Während die meisten Kandidaten eher professionell auftreten, trifft man vereinzelt schon mal auf Bewerber, die gerade in schwierigen Zeiten im Bewerbungsprozess zur Übertreibung neigen, um sich so besser von der Konkurrenz abzuheben. 20seitige Bewerbungsschreiben, mehrmaliges Nachtelefonieren und falsche Selbsteinschätzung ­– wir haben vier Typen von „anstrengenden“ Job-Kandidaten identifiziert und geben Tipps zum richtigen Umgang mit ihnen.

Der Verzweifelte

Es ist vor allem Verzweiflung oder auch fehlende Sozialkompetenz, die Jobsuchende dazu führt, Dinge ein wenig zu übertreiben, sind sich HR-Experten einig. Besonders „verzweifelt“ wirken laut Thomas von Ciriacy-Wantrup, Partner bei der Personalberatung Fricke Finance & Legal, jene Leute, die sich auf jegliche Art von Position bewerben und bei einer Recruitment Agency dann vielleicht gleichzeitig zehn ähnliche Bewerbungsunterlagen liegen haben.

„Damit bekommt man sehr schnell das Image ‚Der bewirbt sich auf alles’ und für den Fall, dass man dann doch einmal auf eine Position passen könnte, wird man wahrscheinlich nicht ernst genommen,“ sagt von Ciriacy-Wantrup.

Auch könne es passieren, dass Personen, die immer wieder mehrfache Bewerbungen an die gleiche Firma schicken, keine Antwort mehr bekommen. „Peinlich“ sei auch, wenn man sowohl direkt beim Unternehmen anfragt und dann zusätzlich über die Personalagentur auf eine Stelle vermittelt wird.

Der Hartnäckige

Eine HR-Managerin aus den Finanzdienstleistungen erzählt, dass ein Kandidat einmal nach dem Vorstellungsgespräch mehrmals bei der Personalabteilung nachfragte, wie es mit der Besetzung der Stelle aussehe. „Nachdem der Prozess etwas länger dauerte als erwartet, konnten wir ihm nicht antworten. Daraufhin rief er den Manager direkt an und beschwerte sich bei ihm über die Personalabteilung“, erzählt die HR-Beauftragte.

Der Uninformierte

Dagmar-Elena Markworth, Managerin Financial Services bei Odgers Berndtson, ist immer wieder mit Personen konfrontiert, die persönliche Kontakte in der Personalberater-Branche nutzen wollen, um einen neuen Job zu finden, aber das Geschäftsmodell nicht ganz verstehen.

„Viele fangen erst nach einer Auszeit, also zu spät, mit der Suche an. Andere schicken einfach ihre Unterlagen und meinen, wir werden für sie schon einen Job finden“, sagt Markworth. „Nicht zielführend“ seien außerdem wiederholte Anrufe nach der Hinterlegung des Lebenslaufes bei einer Personalagentur.

Der Übereifrige

Der größte Fauxpas sei, so von Ciriacy-Wantrup, wenn man im Vorfeld zu viel Informationen über seinen Gesprächspartner einholt: „Manche Kandidaten befragen jeden in ihrem Umfeld, der den neuen Arbeitgeber kennen könnte und das kann ‚unglücklich’ enden.“ Außerdem müssten Jobsuchende beim Gespräch „kein Vorstellungs-Feuerwerk abbrennen“, sondern auch zuhören.

Was Personalprofis beachten sollten

Solche Kandidaten müsse man im Vorstellungsgespräch selbst einfach „lenken und bremsen“, rät Markworth. Die Expertin bestätigt, dass einige Personen „einer intensiveren Betreuung bedürfen“ als andere.

Wenn Kandidaten über Agenturen eine Stelle suchen, rät von Ciriacy-Wantrup ihnen bestimmte Grundregeln mitzugeben: So sollte man Kandidaten empfehlen, eine genaue Liste der bereits abgeschickten Bewerbungen zu führen, da vor allem Jobportale alte Ausschreibungen alle paar Wochen wieder nach oben platzieren. Außerdem könne man ihnen bereits vor dem Vorstellungsgespräch Feedback zu ihrer Wirkung auf potenzielle neue Arbeitgeber zukommen lassen.

Einig sind sich die HR-Experten, dass im Fall einer Absage kein Unterschied zu anderen Kandidaten bestehe.

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