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GASTKOMMENTAR: Wie ich am Ende meines Praktikums erfuhr, ob ich ein Angebot bekomme

Willkommen in Club - oder auch nicht.

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Unglaublich, dass das Praktikum so schnell vorübergegangen ist. Es handelte sich um ein sonderbares Gefühl. Obgleich ich den Eindruck hatte, hier schon seit Jahren zu arbeiten, ging mein Praktikum doch schnell vorbei.

Als ich die Woche begann, war mir klar, dass die Entscheidung bereits gefallen war. Ich habe meine Arbeit abgeschlossen und es gab nichts mehr, was ich noch leisten konnte. Ich erledigte meine alltäglichen Aufgaben und versuchte, es nicht noch im letzten Moment zu vermasseln.

Ich entschloss mich dazu, noch einmal die Leute zu treffen, die ich während des Sommers kennengelernt hatte – zumal ich am Anfang das Networking sehr intensiv betrieben hatte. Denn ich wollte sicherstellen, dass ich das Praktikum mit guten Kontakten beenden würde – gleich ob ich ein Jobangebot erhalte oder nicht.

Während der Woche gab es allerlei Spekulationen, wer alles ein Angebot erhalten würde. Jeder Praktikant diskutierte über jeden anderen Praktikanten und jegliche verfügbare Information wurde wie Goldstaub behandelt. Ich wusste, dass ich auch eine Chance hatte. Ich wurde nicht gefragt, den Desk zu wechseln, weshalb ich recht zuversichtlich war. Noch am Dienstag der vergangenen Woche wurde Praktikanten mitgeteilt, dass ihr Desk über keine offenen Stellen verfügt. Nach einem neunwöchigen Praktikum mit einer täglichen Arbeitszeit von 13 und mehr Stunden handelt es sich um ein schlimmes Schicksal.

An meinem Desk herrschte während der gesamten Woche eine sonderbare Stimmung. Die Leute haben mich recht unterschiedlich behandelt, so als wüssten sie alle schon, wie die Entscheidung ausgefallen ist. Am Mittwoch fragte mich ein Vice President, ob ich mit ihm Kaffee trinken wolle. Dabei ließ er Bemerkungen fallen wie: „Selbst falls Du kein Jobangebot erhalten solltest, macht sich das Praktikum gut in Deinem Lebenslauf“ – und plötzlich war meine Zuversicht dahin. Denn er war in den Prozess eingebunden  und wusste definitiv bereits, ob ich ein Jobangebot erhalten würde oder nicht. Während des restlichen Tages fühlte ich mich elend und stellte mich bereits auf einen weiteren langen Bewerbungsprozess ein. Alle Praktikanten trafen sich nach der Arbeit auf einen Drink, doch ich konnte daran nicht teilnehmen, weil ich mich zu niedergeschlagen fühlte.

Ab Donnerstag hatte ich eigentlich schon aufgegeben. Ich kümmerte mich um keines meiner Projekte mehr und setzte mich lieber mit meinen Freunden zusammen. Ich ging für eine Stunde zum Mittagessen und quatschte mit einem anderen Praktikanten in der Cafeteria. Uns beiden war klar, dass unser Schicksal bereits besiegelt war und wir besprachen, was wir machen würden, wenn wir kein Jobangebot erhalten würden. Ich hatte bereits meinen Bachelor abgeschlossen und hatte die Option, ein weiteres Jahr an der Uni zu bleiben – doch eigentlich würde ich lieber verreisen.

Donnerstagnacht konnte ich kaum schlafen und erschien am Freitag erschlagen zur Arbeit. Meine Abschlussbesprechung war für 10 Uhr angesetzt – ich musste also nicht lange warten. Um 9.30 Uhr kamen die ersten Praktikanten aus dem Besprechungsraum und soweit ich erkennen konnte, hatten einige davon ein Angebot erhalten. Vielleicht hatte die HR Abteilung doch mit der Ankündigung Recht, dass viele Praktikanten ein Angebot erhalten würden.

Ich begab mich recht früh zum Besprechungsraum, aber HR war bereits da.  Mein Vorgesetzter erschien kurz darauf und bat mich herein. Ich konnte kaum atmen, doch innerhalb von wenigen Sekunden wurde mir ein Umschlag mit einem Namen überreicht. Darin stand, dass ich ein Jobangebot erhielt. Ich war völlig überrascht und ächzte hörbar. Der HR-Mitarbeiter fuhr damit fort, mir die Details zu erklären. Doch ich konnte kaum zuhören, weil ich zu überrascht war.

Den Rest des Tages verbrachte ich damit, allen Leuten zu danken, die sich für mich Zeit genommen hatten.  Dabei musste ich so viele Leute sprechen, dass ich doch tatsächlich vergaß, meine Mutter anzurufen.  Was für eine Erleichterung… Es endete damit, dass ich allen ein Mittagessen spendierte und die restliche Zeit damit verbrachte, über den Job zu quatschen. Das Lob war kaum zu ertragen und ich fühlte mich geradezu gerührt.

Die Erfolgsquote der Praktikanten, die ein Übernahmeangebot erhielten, lag tatsächlich bei etwa 50 Prozent. Einige der erfolglosen waren wütend und gingen früher, andere eher gefasst und manchmal sogar aufgeregt, es im nächsten Jahr anderswo versuchen zu können.

Nach der Arbeit haben mich einige Leute auf einen Drink eingeladen. So viel darf ich verraten: Es handelte sich um einen lustigen Abend. Was für ein Erlebnis!

Der Autor hat kürzlich ein Praktikum in Capital Markets einer Investmentbank verbracht.

Kommentare (1)

Comments
  1. ganz ehrlich liebes efinancialcareers-team.

    wen interessiert so ein müll, wie ein praktikant ein job nach einem internship bekommen hat und sich darauf in einem über 30 zeilen langen beitrag ohne aussage feiert?

    achtet mal auf euren anspruch….

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