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Schweizer Banken haben im ersten Halbjahr 1070 Stellen gestrichen: Mitarbeiter müssen Gürtel enger schnallen

Patrick Odier, Geschäftsführender Teilhaber von Lombard Odier.

Patrick Odier, Geschäftsführender Teilhaber von Lombard Odier.

Bei der Beschäftigung im Schweizer Bankensektor geht es leicht bergab. Laut einer Umfrage der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg) sank die Beschäftigung in den ersten sechs Monaten des Jahres um 1,1 Prozent oder 1070 auf nur noch 93.289 Vollzeitstellen, wie die SBVg anlässlich der Vorstellung ihres Bankenbarometers 2012 am heutigen Dienstag (4. September) meldete. Dabei verzeichneten die Banken 4250 Ab- und 3180 Zugänge. Auch für das zweite Halbjahr wird mit einem leichten Rückgang gerechnet.

Nach dem Bankenbarometer ging es indes im vergangenen Jahr mit der Beschäftigung leicht bergauf. So legte die Mitarbeiterzahl leicht um 0,1 Prozent oder 103 auf insgesamt 108.100 Beschäftige zu, was sich angesichts der Krise durchaus sehen lassen kann.

Allerdings verteilt sich die Entwicklung recht unterschiedlich auf die einzelnen Bankengruppen. Der größte Kahlschlag fand bei den Auslandsbanken statt, die 2,5 Prozent oder 525 Stellen strichen. Auch bei den beiden Großbanken sank die Beschäftigung um 173 Stellen oder 0,4 Prozent. Aufwärts ging es indes bei den Regionalbanken und Sparkassen. Diese schufen 124 neue Stellen, was ein Plus von 3,1 Prozent bedeutet.

Die Krise bekamen die Schweizer Banken indes bei den Erträgen zu spüren. Der aggregierte Geschäftserfolg sämtlicher Institute verminderte sich um 3,8 Prozent auf 59,1 Mrd. Franken. Dennoch legten die Nettogewinne um gut ein Fünftel auf 13 Mrd. Franken zu.

Dieses Kunststück gelang indes nur durch einen kräftigen Tritt auf die Kostenbremse. So wurde der Personalaufwand insgesamt um 7,2 Prozent oder um 2,1 Mrd. Franken gedrückt. Einen unrühmlichen Vorreiter spielten dabei die beiden Großbanken. Dort sank der Personalaufwand in 2011 gegenüber dem Vorjahr um stolze 14,1 Prozent. Unter dem Strich dürften viele Schweizer Banker also deutlich weniger Geld erhalten haben.

Obgleich die Schweizer Banken ihr Risikoprofil verbessern möchten, legte die Bilanzsumme der Branche in der Schweiz in 2011 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2,9 Prozent auf 2793 Mrd. Franken zu.

Trotz der Finanzkrise und der Umstellung der Geschäftsmodelle auf die Weißgeldstrategie geht die SBVg davon aus, dass die Bedeutung der Branche für die Schweizer Wirtschaft weiter zunehmen wird. Bis 2020 soll der Anteil am heimischen Bruttoinlandsprodukt auf 11,5 Prozent wachsen. Weiter wies die SBVg auf die Bedeutung des Bankensektors auf die Beschäftigung in anderen Branchen hin. Demnach würden pro 100 neuen Stellen bei Banken weitere 115 Stellen in anderen Sektoren geschaffen.

„Ohne einen starken Bankenplatz gehen auch in anderen Sektoren Arbeitsplätze verloren. Verhindert werden kann dies, wenn die Schweiz optimale Rahmenbedingungen für ihre Banken schafft“, meinte SBVg-Geschäftsführer Claude-Alain Margelisch.

SBVg-Präsident Patrick Odier setzte sich abermals für die Steuerabkommen mit Deutschland, Österreich und Großbritannien ein. Die Abkommen lägen im Interesse sämtlicher Beteiligten und seien für die Weißgeldstrategie essenziell. Dennoch lehnte Odier Nachverhandlungen mit Deutschland strickt ab.

Quelle: SBVg Bankenbarometer 2012

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