☰ Menu eFinancialCareers

GASTKOMMENTAR: Stellen Sie sich vor, Sie stehen vor einem großen Karriereschritt und dieser scheitert im letzten Moment

Nicht jeder lässt sich gern in die Karten schauen.

Nicht jeder lässt sich gern in die Karten schauen.

Es kommt nicht darauf an, wie gut Sie in Ihrem Job sind. Das Anforderungsprofil von einer Stellenausschreibung abzuhaken, genügt nicht, um erfolgreich zu sein. Vielmehr wird Ihre Karriere von den richtigen Karriereschritten und dem richtigen Timing bestimmt.

Doch manchmal haben Ihre Vorgesetzten und Kollegen ganz andere Ideen. Insbesondere wenn sie Sie für schwer ersetzbar halten, sie Ihr Mentor waren und sie im Verlauf der Zeit eine starke Beziehung zu Ihnen aufgebaut haben.

Namentlich wenn eine großartige Jobalternative lockt, dann setzen Sie eine Kettenreaktion wie bei dem Spiel „Reise nach Jerusalem“ in Gang, wobei niemand am Ende gern ohne Sitzplatz dasteht.  Das gilt natürlich ganz besonders, wenn Sie nach einer netten Beförderung und einer Gehalterhöhung bequem auf einem Sessel bei einem Wettbewerber sitzen. Der Verlust einer Schlüsselperson lastet auf der Moral des Teams. Und niemand möchte schließlich als derjenige Einfaltspinsel dastehen, von dem andere Unternehmen Talente abwerben können.

Darin dürfte der Grund bestehen, wieso ich bei einigen Freunden beobachten musste, wie ihre Jobwechsel von ihren Vorgesetzten torpediert wurden. Einer von ihnen – nennen wir ihn Rahul – ist ein engagierter Country Manager bei einer Großbank gewesen. Rahul hat während der vergangenen fünf Jahre 18 Stunden täglich damit verbracht, das Geschäft mit einflussreichen Oligarchen und Unternehmen zu entwickeln. Er schlief in Flugzeugen und besuchte regelmäßig drei Kontinente pro Woche. Er war für Emerging Markets zuständig und sein Einfallsreichtum – besonders im manchmal schwierigen Asiengeschäft – blieb nicht unbemerkt. Dezent hat ihn einer seiner Kunden dafür gewinnen können, zu ihm zu wechseln, um das Tagesgeschäft seines Konglomerats zu führen. Es handelte sich um die Chance seines Lebens und Rahul stimmte zu. Das einzige Problem bestand darin, die schlechte Nachricht seiner Chefin zu vermitteln.

Als der entsprechende Tag kam, war die Chefin des Investmentbankings bereits vorbereitet. Sie wusste schon, dass Rahul zu kündigen beabsichtigte und wollte dies nicht geschehen lassen. Daher hatte sie es durch eine Verbindung von Drohungen (die Bank war aufgrund einiger Kapitalmarktgeschäfte besonders wichtig für den Kunden) und durch Schmeicheleien geschafft, dass das Angebot zurückgezogen wurde.

Doch was sollten Sie unternehmen, wenn Ihr Karriereschritt von einem einflussreichen Bösewicht bei der Arbeit sabotiert wird?  Sollten Sie sich über Ihren Vorgesetzten ärgern? Meine persönliche Meinung dazu lautet, dass es alles zum großen Spiel gehört. Sie müssen darauf vorbereitet sein, auch mit enttäuschenden Situationen umzugehen. Falls Ihnen ganz ähnliches passieren sollte, dann kann ich Ihnen nur drei kurze Ratschläge geben:

Verbreiten Sie ein positives Bild

Sie müssen zu Ihrer Arbeit zurückkehren, obgleich Ihre Kollegen wahrscheinlich von Ihrer Erniedrigung erfahren haben. Falls Sie jemand danach fragt, dann bleiben Sie vage und verweisen auf „Missverständnisse“. Lassen Sie es als eine Art Bluff erscheinen, der sich zu Ihren Gunsten auswirkte, und nicht als gescheiterten Versuch, den Job zu wechseln.

Ziehen Sie Ihren Notfallplan hervor

Überlegen Sie, ob Ihr Job noch sicher ist. Dass Sie bereit waren, das Unternehmen zu verlassen, kann bedeuten, dass Sie der erste sind, der vor die Tür gesetzt wird, sobald es mit dem Geschäft bergab geht. Denn die Unterstützung von Ihrem Vorgesetzten bei gutem Wetter bedeutet nicht, dass dies auch für Krisensituationen gilt. Daher sollten Sie weiter nach einem neuen Job Ausschau halten, sofern Ihr Job auf der Kippe stehen sollte.

Lassen Sie sich von Intrigen nicht in Ihrem Arbeitsalltag beeinträchtigen

Denn dies wäre das schlechteste Ergebnis und damit würden Sie nur die Rechtfertigung liefern, Sie bei der nächstbesten Gelegenheit vor die Tür zu setzen.

Der Autor hat in verschiedenen Positionen in den Finanzdienstleistungen gearbeitet.

Kommentare (0)

Comments

Ihr Kommentar wird gerade geprüft. Nach erfolgreicher Prüfung wird es live gestellt.

Antworten

Pseudonym

E-Mail

Alle Informationen zu unseren Community-Richtlinien finden Sie hier