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Wie Commerzbank-Chef Blessing die Bonus-Streichung begründet

Die Mitarbeiter der Commerzbank, Dresdner Bank und Dresdner Bank bekommen für 2008 keinen Bonus, weil die fusionierte Bank im vergangenen Jahr rote Zahlen geschrieben hat. eFinancialCareers dokumentiert Auszüge aus einem Brief von Bank-Chef Martin Blessing an die Mitarbeiter. (Quelle: FTD).

Liebe Kolleginnen und Kollegen, für ein Unternehmen gilt der gleiche Grundsatz, den auch jeder Einzelne von Ihnen privat beherzigen wird und den ich am letzten Donnerstag auch in der Öffentlichkeit bereits klar angesprochen habe: Man kann nur das ausgeben, was man eingenommen hat. Anders gesagt: Wo Verluste erwirtschaftet werden, kann auch nichts verteilt werden. …

Es wird für 2008 keinerlei Bonus-Zahlungen geben. Dies gilt ausdrücklich für alle Vorstände, alle Führungskräfte und alle Mitarbeiter der Commerzbank AG im In- und Ausland und für alle 100-prozentigen Töchter, also auch für die Dresdner Bank und die Investment-Bank Dresdner Kleinwort. Dies bedeutet im Einzelnen:

In der Commerzbank entfällt für alle Mitarbeiter aufgrund des Nichterreichens der definierten Mindestrendite die Erfolgsbeteiligung. In der Dresdner Bank entfällt der Bonus im Tarifbereich, da die erforderlichen bonusrelevanten Perfomancekriterien nicht erreicht werden.

Für AT-Mitarbeiter der Commerzbank entfällt der individuelle Bonus. In der Dresdner Bank entfallen für alle Mitarbeiter über das jährliche Festgehalt hinausreichende Gratifikationen.

In beiden Häusern bezahlen wir den Mitarbeitern für 2008 die vertraglich zugesicherten Leistungen.

Für Mitarbeiter, die keine individualvertraglichen Zusagen haben, bedeutet dies zusammengefasst:

– Die Commerzbank-Mitarbeiter der Funktionsgruppen 4 bis 6 erhalten ihren vertraglich zugesicherten Grundbonus

– Die Commerzbank-Mitarbeiter der Funktionsgruppen 1 bis 3 erhalten ein Monatsgehalt als individuelle Mehrarbeitsvergütung.

– Die Dresdner Bank-Mitarbeiter erhalten ihre vereinbarten Festgehälter sowie eine individuelle Mehrarbeitsvergütung.

Dadurch wollen wir sicherstellen, dass eine faire Gleichbehandlung der Mitarbeiter beider Häuser gewährleistet wird. Diesem Prinzip folgend, zahlen wir für die Tarifmitarbeiter beider Häuser eine einmalige freiwillige Anerkennungsprämie von 1.000 Euro.

Vor den Hintergrund der wirtschaftlichen Situation der Bank, hat der Vorstand außerdem beschlossen, dass sowohl Dresdner Bank als auch Commerzbank die Gehaltsmaßnahmen im AT Bereich in 2009 aussetzen.

Die Entscheidung ist uns auch deswegen sehr schwer gefallen, weil wir wissen, dass wir damit viele Mitarbeiter treffen, die im letzten Jahr unter schwierigsten Rahmenbedingungen eine hervorragende Leistung gebracht haben, sei es im Kundengespräch in den Filialen, in den Zentralabteilungen oder direkt in unserem Integrationsprojekt “Zusammen wachsen”. Und manche Bereiche, wie die Commerzbank-Segmente Private Kunden sowie Mittelstandsbank haben nicht nur Leistung, sondern auch ein sehr gutes Ergebnis abgeliefert. Doch genau hier kommen wir zum entscheidenden Punkt: Wir können die einzelnen Segmente nicht isoliert betrachten, sondern müssen im Interesse aller Stakeholder auf die Gesamtbank schauen. Und die hat das Jahr 2008 mit erheblichen Verlusten abgeschlossen. Und Boni hängen zuerst vom wirtschaftlichen Gesamterfolg des Unternehmens ab und erst danach von der persönlichen Leistung. Zugegeben – das haben wir in der Vergangenheit nicht immer in dieser Konsequenz umgesetzt.

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