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GASTKOMMENTAR: Wie ein Mentor Ihre Karriere beflügeln kann

Possible mentor

Eine langjährige Karriere im Investmentbanking oder anderswo in den Finanzdienstleistungen fiel noch nie so schwer wie heute. An irgendeinem Punkt können Sie mit anderen Leuten aneinandergeraten oder Ihre Jobbeschreibung wird geändert. Ihr Manager mag dazu tendieren, Sie zu befördern, doch Ihrem neuen Vorgesetzten mangelt es an Geduld, Sie zu verstehen.  Ihre Karriere kann sich jederzeit in Nichts auflösen.

Dabei kann ein Mentor schon ein entscheidender Vorteil darstellen. So erklärt beispielsweise ein Mitarbeiter von Goldman Sachs, wie sich ein paar weise Worte als ausschlaggebend für Ihre Karriere erweisen. Das Schöne an einem Mentor ist, dass er Sie aufgrund seiner eigenen Berufserfahrung objektiv beraten kann. Er kann Ihnen auch in wichtigen Gesprächen den Rücken stärken. Vielleicht kann er Sie sogar davor bewahren, gefeuert zu werden.

Doch wieso sollte sich jemand bereiterklären, Ihr Mentor zu werden? Denn es kostet einige Zeit im ohnehin schon vollen Terminplan eines Bankers, sich mit jungen Bankern zu treffen, sich ihre Probleme anzuhören und Ratschläge zu erteilen, ohne dabei eine Gegenleistung zu erhalten.

Früher hatte ich einen Mentor, zu dem ich mit den „Problemen junger Leute“ gehen konnte. Das klingt unglaublich, doch er hatte den Kontakt zu seinen Kindern verloren. Und indem ich ihm erklärte, was bei jungen Leuten gerade angesagt war, half ich ihm Brücken zu seinen eigenen Kindern zu bauen. Er wusste, dass wenn mir etwas passieren würde, er wohl den Kontakt zu den Kindern endgültig  verlieren würde. Es war gewissermaßen eine Quidproquo-Situation, auf die Machiavelli sicherlich stolz gewesen wäre.

Hier einige Tipps aus meiner eigenen Erfahrung:

Geben Sie sich sympathisch – dies ist ein Rat, der übrigens immer weiterhilft. Ich habe schon viele Leute in den Finanzdienstleistungen getroffen, die lediglich lange in der Branche überstanden haben, weil jeder sie für nett hielt. Sie waren zwar nicht gut in ihrem Job, doch es war angenehmen, mit ihnen zusammenzuarbeiten. Dabei sollten Sie selbstkritisch sein: Trifft dies auch auf Sie zu?

Offerieren Sie einem potenziellen Mentor etwas. Es ist immer von Vorteil, etwas anbieten zu können, damit es zu einer Win-win-Situation kommt. Vielleicht können Sie dem Senior Banker dabei helfen festzustellen, ob die Nachwuchsbanker mit ihrem Job zufrieden sind. Vielleicht können Sie auch den Chef Ihrer Boutique in die Geheimnisse des Social-Networking einweihen, denn er scheut sich womöglich, die IT-Leute danach zu fragen. Also holen Sie sich einen Kaffee und zeigen Sie ihm auf ihrem Smartphone, wie Twitter und Facebook funktionieren.

Bitten Sie einen Mentor in spe, bei lösbaren Aufgaben zu helfen. Leute aus den Finanzdienstleistungen lieben es, Probleme zu lösen, insbesondere wenn sie ein gutes Ergebnis erzielen können, ohne sich allzu viel anzustrengen. Die Aufgabe muss also realisierbar sein. Erzählen Sie also Ihrem Mentor, dass Sie ein kleines Problem bei Ihrer Arbeit haben und dass Sie gerne seinen Rat einholen würden. Falls dies nicht sonderlich schwierig sein sollte, dann wird er Ihnen sicherlich gerne weiterhelfen. Denn es handelt sich um ein weiteres Problem, dass er erfolgreich gelöst hat. Viele Leute fühlen sich unbewusst zu solchen Herausforderungen hingezogen. Falls dies das erste Mal funktioniert haben sollte, dann versuchen diese Leute mehr solche kleinen Erfolgserlebnisse zu haben.

Erinnern Sie potenzielle Mentoren an ihre eigene Jugend. Diese Taktik scheint erfolgsversprechender als alles andere zu sein. Vielleicht haben Sie an der Uni den gleichen Sport betrieben wie sie, vielleicht stammen Sie auch aus der gleichen Gegend oder sprechen die gleiche Muttersprache (was besonders im Ausland hilfreich ist). Versuchen Sie diese Tipps und es wird sich für Sie auszahlen.

Der Autor hat in verschiedenen Positionen in den Finanzdienstleistungen gearbeitet.

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