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Die zehn meistgesuchten Profile auf dem deutschen Arbeitsmarkt

Wie ausgestorben: Der Arbeitsmarkt für Finanzprofis gleicht einer Behörde am Freitagnachmittag.

Wie ausgestorben: Der Arbeitsmarkt für Finanzprofis gleicht einer Behörde am Freitagnachmittag.

Krise und Sommerloch. Derzeit scheint es auf dem deutschen Arbeitsmarkt für Finanzprofis zuzugehen wie in einer Amtsstube am Freitagnachmittag: Es bewegt sich nichts. Doch so ganz stimmt dieser erste Eindruck nicht. Denn ein Blick auf die Lebenslaufdatenbank von eFinancialCareers.de zeigt, dass Recruiter dort intensiv nach einigen Profilen suchen. Wir haben die Suchaufträge untersucht und verraten Ihnen, welche Profile derzeit gefragt sind:

1. Compliance

Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht neue gesetzliche Auflagen und Regulierungen für Finanzdienstleister beschlossen werden. Um sich in dem nahezu undurchdringlichen Dschungel von Regelwerken zurechtzufinden, werden händeringend Compliance-Spezialisten gesucht. Die Zahl der Suchaufträge liegt hier doppelt so hoch wie beim zweitplatzierten Profil.

2. Risk Controller und Controlling

Die Stellenzahl im Risikomanagement und Controlling ist seit der Finanzkrise ebenfalls steil angestiegen und ein Ende dieses Trends ist auch weiterhin nicht in Sicht. Der zweithäufigste Suchbegriff lautet denn auch auf „Risk Controller“. Hinzu kommen noch eine ganze Reihe von Suchbegriffen, die in das gleiche Berufsfeld gehören wie „Controller“, „Strategic Controlling“, „Investment Controller“ oder „Beteiligungscontroller“.

3. Transaction Services

Im Investmentbanking findet derzeit sowohl im Kapitalmarktgeschäft als auch im Geschäft mit Fusionen und Übernahmen der große Kehraus statt. Ganz anders dagegen im Global Transaction Banking, über das Handelsfinanzierung und Geldströme des Welthandels abgewickelt werden. Die weiterhin starke deutsche Exportindustrie hält diesen Bereich des Bankings über Wasser. Mithin belegt „Transaction Services“ den dritten Platz der meistgesuchten Profile auf eFinancialCareers.de.

4. Restrukturierung

Die meisten Banken überarbeiten derzeit gründlich ihre Geschäftsmodelle. So wollen sowohl die Deutsche Bank und die Commerzbank im Herbst ihre revidierten Strategien vorstellen. Dabei ist der große Umbau des Sektors schon seit Jahren im Gang. Mithin handelt es sich um goldene Zeiten für diverse Consultants, die an diesem Prozesse mitarbeiten (und mitverdienen). Kein Wunder also, dass „Restrukturierung“ bzw. auf Neudeutsch „Restructuring“ den vierten Platz belegt. Hinzu kommen verwandte Begriffe wie „Operating Modell Design“.

5. Big 4

Auf den sechsten Platz der meistgesuchten Begriffe landet kein bestimmtes Profil, sondern eine Gruppe von Arbeitgebern: die Big 4. Dazu zählen KPMG, PwC, Ernst & Young und Deloitte, die neben Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung auch Consulting-Dienstleistungen anbieten. Auch diese Unternehmen scheinen zu den Gewinnern der Finanzkrise zu zählen. So werden die Firmennamen auch bei Suchaufträgen wie „Restructuring KPMG“ oder „Transaction Services PwC“ gerne angehängt.

6. Meldewesen

Auf dem sechsten Platz findet sich ein weiterer Krisengewinner: das Meldewesen. Dabei geht es um Spezialisten, die bei Banken und Finanzdienstleistern dafür sorgen, dass diese ihren Meldepflichten gegenüber den Regulierungsbehörden nachkommen. Damit handelt es sich um ein verwandtes Gebiet zu Compliance. Doch auch die Regulierer selbst bauen sukzessiv Personal auf.

7. Corporate Finance

Das Geschäft mit der Unternehmensfinanzierung scheint sich während der Finanzkrise tapfer zu schlagen. Somit landet Corporate Finance auf Platz sieben der von Headhuntern meistgesuchten Begriffe.

8. Immobilien und Real Estate

Angesichts der Turbulenzen auf den Finanzmärkten und den niedrigen Zinsen ist derzeit Betongold gesucht – zumindest wenn es Made in Germany ist. Hier herrschen indes die spezifizierten Suchbegriffe vor. Es wird also weniger nach „Immobilien“ oder „Real Estate“ gesucht, sondern eher nach „ Kundenbetreuer Immobilien“ und „Kredit Analyst Real Estate“.

9. Aktuare

Bei Aktuaren handelt es sich um hochqualifizierte Versicherungsmathematiker, die für das Risikomanagement in dieser Branche eine besondere Verantwortung tragen. Doch von dieser Spezies gibt es schon seit langem viel zu wenig Exemplare. Umso häufiger werden sie von Headhuntern gesucht – denn ein Aktuar wird jedem Personalvermittler aus den Händen gerissen.

10. Rechnungswesen und Auditing

Die Berufsfelder rund um die Themen Wirtschaftsprüfung / Auditing, Buchhaltung und Rechnungswesen gelten gemeinhin nicht als sonderlich sexy. Allerdings sind die Berufsaussichten sehr attraktiv – vor allem wenn weitergehende Kenntnisse z.B. in IFRS und US-GAAP vorhanden sind.

Fazit:

Diese kurze Sichtung der häufigsten Suchaufträge in unserer Lebenslaufdatenbank bestätigt leider das prekäre Bild des deutschen Arbeitsmarkts für Finanzprofis. So werden kaum Profile gesucht, die den Finanzdienstleistungen höhere Erträge in die Kassen spülen. Selbst für die vergleichsweise krisenresistenten Sales-Profile besteht kaum eine Nachfrage. Dies belegt den tiefgreifenden Pessimismus in der Branche. Lediglich in den Bereichen Global Transaction Banking, Corporate Finance und Real Estate bewegt sich etwas.

Dagegen werden reichlich Profile gesucht, die eigentlich nur Kosten und keine Erträge generieren wie Compliance, Controlling und Risk Management – und das obwohl nahezu alle Banken ihre Kosten senken wollen. Die hohe Unsicherheit der Banken über ihre eigenen Geschäftsmodelle spiegelt auch die starke Nachfrage nach Consultants wider. Bleibt zu hoffen, dass sich der Arbeitsmarkt nach dem Ende der Ferienzeit zumindest ein wenig erholt.

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