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Wieso Raiffeisen das Wegelin-Geschäft zum Schnäppchenpreis erhalten hat und Julius Bär für Merrill Lynch zu viel zahlt

Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz hat für Wegelin-Portfolio nur 155 Franken bezahlt.

Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz hat für Wegelin-Portfolio nur 155 Franken bezahlt.

Wenn es um die Übernahme von Privatbanken geht, scheint Raiffeisenchef Pierin Vincenz ein wesentlich glücklicheres Händchen als Julius Bär-Chef Boris Collardi zu haben. Denn bei der heutigen Präsentation des Halbjahresergebnisses verriet Vincenz, dass Raiffeisen für das ausseramerikanische Geschäft der Bank Wegelin lediglich rund 155 Mio. Franken auf den Tisch geblättert hat.

Dabei handelt es ich geradezu um einen Schnäppchenpreis. Denn in dem mittlerweile zur Notenstein Privatbank umfirmierten Wegelin-Geschäft  wurden per Ende Juni Kundenvermögen von 20,8 Mrd. Franken verwaltet. Somit musste Raiffeisen lediglich 0,7 Prozent der Assets under Mangement auf den Tisch blättern, was für die Branche einen günstigen Preis darstellt.

Dagegen muss Julius Bär für die Übernahme des ausseramerikanischen Wealth Mangement-Geschäfts der Bank of America Merrill Lynch die Kleinigkeit von 1,2 Prozent der Assets under Management zahlen – fast einen halben Prozentpunkt mehr als Raiffeisen.

Darüber  hinaus scheint auch das Gewinnpotenzial bei dem ehemaligen Wegelin-Portfolio deutlich üppiger als beim Merrill Lynch-Portfolio auszufallen. Denn die Kostenertragsquote der Notenstein Privatbank bezifferte die Raiffeisen-Gruppe auf 68,5 Prozent im ersten Halbjahr. Damit konnte die Notenstein Privatbank Julius Bär, Credit Suisse, Sarasin und Vontobel abhängen.

Ganz anders sieht es hingegen beim Merrill Lynch-Portfolio aus, das Julius Bär jetzt für gutes Geld übernimmt. Dort beläuft sich die Kostenertragsquote auf 105 Prozent. Mit anderen Worten: Es werden reichlich Verluste erwirtschaftet.

Unter dem Strich wirkte sich die Übernahme des Wegelin-Geschäfts bereits im ersten Halbjahr positiv auf das Ergebnis der Raiffeisen-Gruppe aus. So legte der Gewinn vor Steuern um 3,6 Prozent auf 521 Mio. Franken zu.

Weiter wird Raiffeisen durch die Akquisition unabhängiger vom Kreditgeschäft. Während der Erfolg aus dem Zinsgeschäft mit 1,04 Mrd. Franken auf Vorjahresniveau verharrte, wuchsen der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft um 60,2 Prozent auf 188 Mio. und der Erfolg aus dem Handelsgeschäft um 50,4 Prozent auf 99 Mio. Franken. In dieser Entwicklung spiegelt sich bereits die Wegelin-Übernahme wider.

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