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Accounting-Gehälter – die Branche ist entscheidend

Die gute Nachricht für alle Controller vorweg: Es gibt so viel Arbeit für sie wie selten zuvor. Quer durch alle Branchen steigt die Arbeitsbelastung der Finanzabteilungen – und das sogar weltweit. Wobei Deutschland diesmal nicht – wie sonst so oft – auf den hinteren Rängen herumdümpelt, sondern ein wahrer Trendsetter zu sein scheint.

Während global gesehen in zwei Drittel aller Unternehmen die Arbeitsbelastung der Finanzabteilungen zugenommen hat, stieg in Deutschland Anfang des Jahres die Arbeitsbelastung im Vergleich zum Vorjahr in 84 Prozent aller Rechnungswesenabteilungen. Zu diesem Schluss kommt der Bundesverband der Bilanzbuchhalter und Controller (BVBC). Durch den erwarteten Wirtschaftsaufschwung werde das Arbeitspensum der Finanzabteilungen voraussichtlich noch weiter wachsen.

Doch wie so oft folgt die schlechte Nachricht auf dem Fuß: Die Nachfrage nach Controllern scheint dennoch nicht zu steigen. Denn an Neueinstellungen wird trotz steigender Arbeitsbelastung nicht gedacht. Nur 11 Prozent der deutschen Unternehmen plant auf Grund der Mehrbelastungen die Finanzabteilungen auszubauen, so der BVBC weiter.

Gehälter schießen nicht in den Himmel

Das verheißt für die Entwicklung der Gehälter von Controllern & Co. nicht viel Gutes. Da die Universitäten und Fachhochschulen Jahr für Jahr Tausende von Rechnungswesenspezialisten auf den Arbeitsmarkt spülen, hält sich hartnäckig ein Satz von arbeitslosen Controllern. Und dieser drückt auf die Preise. Durchschnittliche Arbeitskräfte haben daher schlechte Karten, mehr als eventuelle tariflich bedingte Gehaltserhöhungen zu fordern. Hoch qualifizierte Arbeitslose lauern schließlich bereits, bereit, zum Einstieg in ihren Traumberuf auch erst einmal Abstriche von ihren Gehaltsvorstellungen zu machen.

Bessere Karten haben da schon die Leistungsträger der Finanzabteilungen. “In den unteren Ebenen bleiben die Unternehmen voraussichtlich im Rahmen der Tariferhöhungen. Das gesparte Geld nutzen sie, um Fach- und Führungskräften dann über drei Prozent zu zahlen – schließlich wollen sie ihre guten Leute binden, egal auf welcher Ebene”, stellt Dirk Ewert, Leiter des Bereichs European Databases der Unternehmensberatung Towers Perrin fest. “Je weiter oben in der Hierarchie, desto höher wird das Plus ausfallen.”

Der Rat an gute Arbeitskräfte kann daher nur lauten, beim zuständigen Vorgesetzten ab und an einmal die eigenen Leistungen in den Vordergrund zu stellen und persönliche Gehaltsverhandlungen zu führen.

Auf die Branche kommt es an

Doch wie hoch sind nun derzeit die Gehälter im Rechnungswesen? Das hängt natürlich von vielen Faktoren wie Unternehmensgröße, Ausbildung oder Berufserfahrung ab – eine ganz erhebliche Rolle spielt allerdings die Branche. Das zeigt eine aktuelle Studie der Hamburger Vergütungsberatung PersonalMarkt: PersonalMarkt hat die Gehälter für insgesamt elf häufig vorkommende Berufe ausgewertet, u.a. auch im Rechnungswesen. Das Ergebnis: Ein Buchhalter, der bei einer Bildungsinstitution arbeitet, verdient jährlich 25.477 Euro. Bei einer Bank dagegen bekommt er fast 36.000 Euro.

Etwas optimistischer als PersonalMarkt sieht die Deutsche Gesellschaft für Personalführung (DGFP) die Gehaltssituation. In der letzen Ausgabe ihrer jährlichen Gehälterstudie sieht sie die durchschnittlichen Grundgehälter von Bilanzbuchhaltern bei rund 42.500 Euro. Als Gesamtpaket, also inklusive variabler Gehaltsanteile, ermittelt die Studie einen durchschnittlichen Wert von 48.500 Euro für Bilanzbuchhalter. Berufsanfänger in diesem Job können demnach durchschnittlich mit einem Gehalt von knapp 38.000 Euro rechnen.

Etwas besser geht es der Studie zufolge noch den Controllern. Sie verdienen im Mittel ein Grundgehalt von knapp 49.000 Euro, das sich mit variablen Anteilen auf über 54.300 Euro erhöhen kann. Neueinsteiger im Controlling dürfen mit rund 38.900 Euro Jahressalär rechnen.

Besserverdiener in den Banken

Zurück zum Branchengefälle. Dazu Frank Behrmann, Gehaltsexperte bei PersonalMarkt: “Es gibt Branchen, in denen erfahrungsgemäß niedrige Gehälter gezahlt werden. Dazu zählen beispielsweise Bildungs- und soziale Einrichtungen, der Handel sowie das Hotel- und Gaststättengewerbe.” Anders sieht es in der Pharmaindustrie, der Chemiebranche oder eben bei Banken und Versicherungen aus. Behrmann: “Hier werden grundsätzlich höhere Gehälter gezahlt.”

Die gute Verdienstsituation für Controller in deutschen Banken bestätigt auch Bernadette Haslam, Senior Consultant bei der international tätigen Personalberatung Eurolondon in Frankfurt. Sie kennt sich bestens mit in den Gehaltsstrukturen von Banken, Finanzinstitutionen und Vermögensverwaltern aus. Haslam zufolge können qualifizierte Buchhalter mit drei- bis fünfjähriger Berufserfahrung bei solchen Arbeitgebern zwischen 43.000 und 55.000 Euro verdienen. Eine mehr als fünfjährige Berufserfahrung führt dann in Regionen zwischen 55.000 und 67.000 Euro.

Controller können laut Haslam zwischen 55.000 und 80.000 Euro bei drei- bis fünfjähriger Berufserfahrung verdienen. Ab fünf Jahren Erfahrung sind es dann zwischen 70.000 und 100.000 Euro jährlich.

Als Fazit bleibt: Wer als Controller oder Buchhalter die Chance hat, in Banken oder Versicherungen unterzukommen, der sollte sie nutzen. Es kann sich in barer Münze auszahlen.

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