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Trotz rekordverdächtig niedriger Kosten will die Hypo Vereinsbank weitere 700 Stellen streichen

Mit einer kleinen Sensation konnte die Hypo Vereinsbank (HVB) für das erste Quartal aufwarten: Entgegen dem Branchentrend kletterte der Vorsteuergewinn um 48 Prozent auf 995 Mio. Euro. Doch jetzt schreckt die Münchner Tochter der italienischen Unicredit Group ihre Mitarbeiter mit einer neuen Überraschung auf: Laut der Nachrichtenagentur DPA will die HVB bis spätestens 2015 weitere 700 Stellen streichen.

Zwischenzeitlich hat das Institut diese Meldung sogar bestätigt. Betroffen von der Maßnahme soll nur die Münchner Zentrale sein, wo derzeit rund 4000 Mitarbeiter beschäftigt sind. Dabei läuft bei der HVB bereits ein Kostensenkungsprogramm. So wurde die Mitarbeiterzahl binnen Jahresfrist per Ende März um 378 auf 18.768 Vollzeitstellen verringert.

Der Kahlschlag bei den Mitarbeitern kommt umso überraschender, als die HVB bereits zu den Instituten mit den günstigsten Kostenstrukturen der Branche zählt. So belief sich die Cost-Income-Ratio der Gesamtbank im ersten Quartal auf 44,2 Prozent.
Für einen Euro Ertrag musste die HVB also gerade einmal 44,2 Cent aufwenden.

Im Retailgeschäft betrug die Cost-Income-Ratio 85,4, im Private Banking 56,5 und in der Corporate and Investment Bank 28,6 Prozent. Namentlich im Investmentbanking erweist sich die HVB als Aldi der Branche.

Dies zeigt ein Vergleich zur Deutschen Bank, die just am gestrigen Dienstag (26. Juli) ihre Geschäftszahlen für das zweite Quartal vorgelegt hat. Demnach betrugt die Cost-Income-Ratio in der Gesamtbank 73,7, im Investmentbanking 71 und im Geschäftsbereich Private Clients und Asset Management 70 Prozent. Im ersten Quartal lagen diese Werte bei 67,6 bzw. 61 und 66 Prozent.

Laut DPA heißt es in einer internen Mitteilung an die Mitarbeiter: “Auch wenn das zurückliegende Geschäftsjahr und der bisherige Verlauf des Jahres für die HVB sehr erfreulich waren, bleibt die Ertragsseite für Banken aufgrund des volatilen Marktumfeldes und der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiterhin ausgesprochen anspruchsvoll.”

Arbeitsdirektor Heinz Laber habe angekündigt, den bevorstehenden Kahlschlag “fair und transparent” zu gestalten und alles daran zu setzen, betriebsbedingte Kündigungen auszuschließen.

Dabei soll die HVB laut Branchenexperten schon in der Vergangenheit eher bescheidene Gehälter gezahlt haben. Mit dem avisierten Kostensenkungsprogramm scheint die HVB auf dem besten Weg zu einem Eintrag ins Guiness Buch der Rekorde zu sein – als Bank mit der niedrigsten Cost-Income-Ratio.

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