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Nach dem CFA-Erfolg: Kommt jetzt der Boom beim CAIA?

Eine Erfolgsgeschichte sondergleichen hat der Chartered Financial Analyst (CFA) in Deutschland erlebt. So hat sich die Mitgliederzahl der German CFA Society von 58 im Jahr 2000 auf rund 1400 in 2010 vervielfacht.

Eine ganz ähnliche Entwicklung könnte auch dem Chartered Alternative Investment Analyst (CAIA) bevorstehen. Dabei handelt es sich um eine Branchenqualifikation, die ganz ähnlich ausgelegt ist wie der CFA und ebenfalls aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten stammt. Doch anders als der eher generalistische CFA ist der CAIA auf alternative Investments fokussiert. Rund ein Viertel der CAIA-Mitglieder verfügen bereits über einen CFA.

Alternative Investments im Fokus

Zu alternativen Investments zählen üblicherweise Hedgefonds, Private Equity, Risikokapital und Rohstoffe. Da der CAIA von US-Amerikanern ersonnen wurde, werden in diesem Programm auch Immobilien-Investitionen (Real Estates) als alternatives Investment erachtet, was in Europa eher ungewöhnlich ist.

Dabei ist der CAIA in zwei Lernabschnitte unterteilt, an dessen Enden jeweils eine Prüfung zu bestehen ist – auf Englisch versteht sich. Der erste Abschnitt umfasst grundlegende Kenntnisse und Analysemethoden zu den alternativen Asset Klassen; der zweite vermittelt die Anwendung dieser Kenntnisse zur Strukturierung von Portfolios. “Beide enthalten Kapitel zu Ethik und Berufsverhalten, womit es sich um wesentliche Bestandteile eine CAIA-Programms handelt”, heißt es seitens der CAIA-Society.

Kleiner Trost am Rande: Während die Erfolgsquote bei CFA-Prüfungen nur bei rund einem Drittel liegt, fällt sie beim CAIA Absolventen zufolge deutlich besser aus.

Recht moderate Kosten

Die Kosten für das Programm fallen im Vergleich zu einem MBA eher moderat aus. So werden Einschreibgebühren von 400 US-Dollar fällig sowie Prüfungskosten von jeweils 1000 Dollar für beide Level. Mithin errechnen sich Gesamtkosten von 2400 Dollar oder etwa 1800 Euro. Hinzu kommen gegebenenfalls freiwillige Vorbereitungskurse.

Obgleich sich Deutschland bislang keinen Namen als Zentrum alternativer Investments in Europa gemacht hat, erfreut sich auch der CAIA hierzulande wachsender Beliebtheit. So nahmen an den Prüfungen im Februar 2003 erstmals zwei Kandidaten teil, was sich ab 2005 auf eine zweistellige Teilnehmerzahl erhöhte.

Derzeit etwa 170 Mitglieder in Deutschland

“Den Höhepunkt der Einschreibungen in Deutschland wurde im September 2008 und im März 2009 mit 47 bzw. 46 Einschreibungen für den Level I erreicht”, heißt es von der CAIA. Doch durch die Finanzkrise hat sich diese Entwicklung verlangsamt und die Non-Profit-Organisation zählt nur noch gut 20 Einschreibungen aus Deutschland für die bevorstehenden Prüfungen im September.

Auch die Mitgliederzahl entwickelte sich entsprechend und stieg von 27 in 2007 auf insgesamt 169 in März 2010 an, wovon die Mehrzahl aus Frankfurt und München stammt. Weltweit umfasst die CAIA-Gesellschaft gut 4200 Mitglieder. “Nichts wird dieses natürliche Wachstum aufhalten – nicht die Märkte, keine Regulierungsbehörden und auch keine Skandale”, heißt es selbstbewusst in einer CAIA-Broschüre.

So mancher Headhunter hat noch nie vom CAIA gehört

Allerdings ist der CAIA unter deutschen Headhuntern längst noch nicht so bekannt wie der CFA. So manchem ist der CAIA hierzulande noch gar nicht untergekommen. “Das ist ein Nice-to-have, aber ich hatte hier noch keine Rolle, wo das ein Must gewesen ist,” sagt Dorothea Friebe, Manager Banking & Finance beim Recruitment-Unternehmen Huxley Associates.

Dennoch könne sich ein CAIA durchaus als Wettbewerbsvorteil erweisen, wenn sich 30 Kandidaten auf eine Stelle bewerben. “Da alternative Investments jedoch in Deutschland kaum eine Rolle spielen, spielt auch der CAIA hier kaum eine Rolle”, ergänzt Friebe.

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