☰ Menu eFinancialCareers

Alles was Sie über die Ergebnisse der Commerzbank wissen müssen

Finanzvorstand Stephan Engels. (Foto: Commerzbank AG)

Finanzvorstand Stephan Engels. (Foto: Commerzbank AG)

Die einzelnen Sparten der Commerzbank sind im ersten Halbjahr immer weiter auseinandergedriftet. Während die meisten Geschäftsbereiche ein operatives Ergebnis erzielten, das nur mit der Lupe zu erkennen ist, und die Bank immense Verluste aus Altlasten erleidet, sichert allein das Mittelstandsgeschäft das Überleben der Bank. Unter dem Strich erwirtschaftete die Commerzbank im ersten Halbjahr ein operatives Ergebnis von mageren 906 Mio. Euro, was einen Einbruch von 24,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr darstellt. Hier die einzelnen Ergebnisse:

Privatkundengeschäft: Droht ein Kahlschlag beim Personal?

Vor allem bei den Filialmitarbeitern der Commerzbank dürfte jetzt die Angst umgehen. Die 18.000 Beschäftigten konnten sich mit einem Vorsteuergewinn von 14 Mio. Euro im zweiten Quartal nur mühsam in den schwarzen Zahlen halten. Ohne den Beitrag der Comdirect wäre die Sparte wohl in die roten Zahlen abgerutscht. Im gesamten Halbjahr belief sich das operative Ergebnis auf 126 Mio. Euro. Die Aufwandsquote erreichte besorgniserregende 90 Prozent.

Finanzvorstand Stephan Engels sieht denn auch im Privatkundengeschäft besonderen Handlungsbedarf: „Insgesamt ist das operative Ergebnis im Segment Privatkunden nicht zufriedenstellend. Zwar entwickeln sich die Kosten dank der realisierten Synergien aus der Übernahme der Dresdner Bank und des aktiven Kostenmanagements nach Plan. Da die Erträge aber marktbedingt hinter unseren Erwartungen zurückbleiben, werden wir die strategische Weiterentwicklung des Segments vorantreiben.“

Engels wollte sich indes nicht dazu äußern, ob dies auf einen kräftigen Personalabbau in den Sparte hinauslaufen werde. Allerdings stellt sich die Frage, welche Alternativen der Commerzbank in ihrem Privatkundengeschäft zur Verfügung stehen. Denn das Institut geht nicht davon aus, dass die Erträge in näherer Zukunft wieder üppiger sprudeln werden. „Für das zweite Halbjahr 2012 erwarten wir weiterhin keine Stabilisierung des Marktumfeldes. Wir sehen daher derzeit auch keine Anzeichen dafür, dass sich der Druck auf das operative Ergebnis reduziert“, sagte Engels.

Bleibt als weitere Stellschraube lediglich eine Reduzierung der Sachkosten.  Doch hier hat die Commerzbank zumindest auf Konzernebene bereits die Stellschrauben deutlich stärker angezogen als bei den Personalausgaben. Während der Sachaufwand bereits um 24,5 Prozent auf 1,3 Mrd. Euro verringert wurde, sank der Personalaufwand lediglich um 9,5 Prozent auf 2 Mrd. Euro.

Bereits seit einiger Zeit gehen in Frankfurt Gerüchte um, dass die Commerzbank einen Abbau von 2000 Stellen plane. Engels wollte indes derartige Spekulationen nicht kommentieren und verwies auf den Investorentag am 8. November.

Investmentbanking: Mehr Stellen trotz miserablen Ergebnisses

Dabei stellt das Privatkundengeschäft nicht das einzige Sorgenkind unter den Kerngeschäftsfeldern dar. Noch rasanter ging es mit dem Ergebnis im Investmentbanking bergab. So brach das Vorsteuerergebnis in Corporates & Markets in den ersten sechs Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 85,6 Prozent auf 126 Mio. Euro ein.

Auch die Aufwandsquote von 84,1 Prozent belegt, dass in diesem Geschäftsbereich Handlungsbedarf besteht. Umso mehr wundert es, dass die Commerzbank ausgerechnet in Corporates & Markets binnen Jahresfrist 60 neue Stellen geschaffen hat. Doch da auch hier die Geschäftsaussichten bescheiden ausfallen, sind hier ebenfalls Kosteneinsparungen absehbar.

Mittelstandsgeschäft sichert Überleben

Den einzigen wirklichen Glanzpunkt stellte bei der Commerzbank abermals das florierende Mittelstandsgeschäft dar.  Doch auch hier musste das Institut beim operativen Ergebnis ein Minus von 7,4 Prozent auf 878 Mio. Euro verkraften. Rein rechnerisch waren die gut 5500 Beschäftigten der Sparte für 96,9 Prozent des operativen Gesamtgewinns des Konzerns verantwortlich, womit die Bedeutung des Geschäfts für die Überlebensfähigkeit der Commerzbank  von entscheidender Bedeutung ist.

Denn irgendwo müssen die Gewinne erwirtschaftet werden, die die immensen Verluste in der hauseigenen Bad Bank ausgleichen. So verlor die Commerzbank im Bereich Asset Based Finance, in dem die toxischen Wertpapiere der Bank gebündelt sind, allein im ersten Halbjahr die stolze Summe von 596 Mio. Euro.

Quelle: Halbjahresbericht der Commerzbank

Quelle: Halbjahresbericht der Commerzbank

Quelle: Halbjahresbericht der Commerzbank

Kommentare (0)

Comments

Antworten

Pseudonym

Pflichtfeld

E-Mail

Ungültige E-Mail-Adresse

Alle Informationen zu unseren Community-Richtlinien finden Sie hier