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Gift für die Beschäftigung

Der deutsche Dienstleistungssektor stellt weiter ein, die Kreditwirtschaft baut weiter ab.

“Die Geschäftserwartungen der Serviceanbieter trüben sich zwar leicht ein, aber der Dienstleistungssektor wird auch in diesem Jahr der Jobmotor der deutschen Wirtschaft sein”, fasst Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammerkammertags (DIHK), die Ergebnisse des “Dienstleistungsreport Frühjahr 2008” gegenüber der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” zusammen. “Wir rechnen mit 200.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen in diesem Jahr.”

Positive Aussichten also für die Personalentwicklung im deutschen Dienstleistungssektor. Ganz anders zeigt sich das Bild bei den deutschen Banken: Der langjährige Personalabbau in der Kreditwirtschaft kommt nicht zum Stillstand, er nimmt sogar erstmals seit viereinhalb Jahren wieder leicht zu. Wenig verwunderlich angesichts der eingetrübten Ertragserwartungen der Banken, die in der jüngsten Zurücknahme der Gewinnprognose durch die Deutsche Bank gipfelte.

Die Beschäftigungspläne der Kreditinstitute verschlechtern sich der Umfrage des DIHK zufolge gegenüber Herbst 2007 um zwei Prozentpunkte auf einen Saldo von minus 17 Prozentpunkten. Auch 2008 werden also keine Beschäftigungsimpulse von der Kreditwirtschaft ausgehen.

Stellenabbau

Der Anteil der Unternehmen, die Stellen abbauen wollen, überwiegt mit 27% den Anteil der Unternehmen, die in den nächsten Monaten Personal aufstocken will, immer noch deutlich – lediglich ein Zehntel der befragten Banken plant per Saldo Einstellungen.

Bei der Herbstumfrage 2007 wollten ebenfalls 27% der Banken Personal reduzieren, allerdings beabsichtigten immerhin 12%, Mitarbeiter einzustellen.

Neben der Kreditkrise machen Experten insbesondere anhaltende Rationalisierungsmaßnahmen in den Banken verantwortlich. “Meistens sind diese Rationalisierungen mit zwei unternehmerischen Entscheidungen verbunden. Die eine lautet Outsourcing'”, erläutert Wolfgang Müller von der IG Metall gegenüber der SoZ.

“Das heißt zum Beispiel, das Transaktionsabwicklungsgeschäft, das bisher in der Dresdner Bank getätigt wurde, wird jetzt der Postbank übergeben, die diese Art von Tätigkeit zu ihrem Geschäftsgebiet gemacht hat. Durch diese Auslagerung werden Tätigkeiten zentralisiert und standardisiert. Dabei werden natürlich Arbeitsplätze vernichtet.”

Weiterhin also wenig Hoffnung für den Bankensektor insgesamt.

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