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GASTKOMMENTAR: Wie sich das Risikomanagement zu einem strategischen Berufsfeld verwandelt

Raj

Das Risikomanagement verändert sich. Die Finanzkrise hat die Regulierungs- und Steuerungsprobleme in den Finanzdienstleistungen in den Mittelpunkt gerückt. Das hat auch die Aufgaben des Risikomanagements gründlich verändert. Noch in der jüngsten Vergangenheit handelte es sich beim Risikomanagement um eine unbekannte Aufgabe. Häufig wurde es als notwendiges Übel betrachtet. Es wurde als so geheimnisvoll angesehen, dass es nur wenige Leute wirklich verstanden. Chief Risk Officers (CRO) galten tendenziell als Leute, die für eine ‚defensive‘ Tätigkeit zuständig waren, und nicht als aktive, strategische Position innerhalb des Unternehmens. Demnach ging es beim Risikomanagement darum, technische Informationen zu ermitteln und weiterzuleiten.

Doch die Finanzkrise hat dies alles verändert: In dem neuen, unter Druck stehenden  Umfeld müssen sich die CRO selbst als strategische, eher wertschöpfende Einheiten neu erfinden und definieren. Jetzt wird von den CRO gefordert, viel geschäftsrelevantere Ratschläge zu liefern und nicht nur technische Informationen zu ermitteln und weiterzuleiten, wie es in der Vergangenheit der Fall gewesen ist.

Kürzlich haben wir eine Umfrage  unter 30 CFOs angestellt und die vorläufigen Ergebnisse zeichnen ein klares Bild von der Aufgabe und Funktion, die sich in einem rapiden Wandel befindet – gerade auf dem CRO-Level, wo die Risikomanager jetzt den klaren und reizvollen Auftrag haben, dem Vorstand zu helfen. Während früher die CROs dem Chief Financial Officer (CEO) unterstanden, verfügen sie heute über ihren eigenen Platz am Vorstandstisch und meistens berichten sie direkt an den Unternehmenschef – als Berater und als seine oder ihre ‚rechte Hand‘. CRO liefern heute entscheidungskritische Informationen und tragen stark zur strategischen Führung bei.

Diese Verlagerung hat zu einer Nachfrage nach einem neuen Typ von Risiko-Talenten geführt. Heute suchen die Banken klügere, geschäftstüchtigere Profis, die eine starke Neigung zu strategischer Entwicklung und das Interesse für die Ausrichtung des Unternehmens und den damit verbundenen Risiken, Produkten und Preisfeststellungen mitbringen.

Unsere Studie zeigt, dass 50 Prozent der CROs dem CEO dabei helfen, die Unternehmensstrategie zu setzen. 10 Prozent sind aktiv in den Strategiefindungsprozess und das Eingehen von Risiken eingebunden. In den übrigen 40 Prozent kümmern sich die CEO um die Unternehmensstrategie, ohne leitende Risikomanager einzubinden. Wir rechnen damit, dass diese Unternehmen bald  von der Flut mitgerissen werden.

Eigentlich handelt es um eine aufregende Zeit für Senior Risk Professionals. Denn Sie haben jetzt mehr Chancen auf dem strategischen Niveau als je zuvor. CROs können jetzt einen direkten Einfluss auf die Unternehmensführung ausüben, ihren Risikoappetit und den Weg, wie das Unternehmen mit Risiken umgeht und diese managt. Damit verfügen sie tatsächlich über strategischen Einfluss.

Raj Tulsiani ist Chef von Green Park Interim & Executive Search.

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