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Befreiungsschlag der Deutschen Bank: 1900 Mitarbeiter müssen vor allem in London gehen

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Die große strategische Neuausrichtung der Deutschen Bank wollen die beiden neuen Unternehmenschefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen eigentlich erst auf dem Investorentag am 11. September in Frankfurt verkünden. Dennoch ließ Jain bei der Präsentation des Quartalsergebnisses am heutigen Dienstag (31. Juli) die Katze schon einmal pfötchenweise aus dem Sack. Die Geschäftsentwicklung erfordere „sofortigem Handlungsbedarf“. Als solchen will der deutsche Branchenprimus 1900 Stellen zusätzlich streichen, wovon 1500 auf die Investmentbank und die dazugehörigen Backofficefunktionen entfallen.  Das Gros des Abbaus solle indes im Ausland erfolgen. Mit dem Schritt will die Bank ihre Kosten um weitere 350 Mio. Euro jährlich drücken.

Fast überall schwächere Ergebnisse

Die Geschäftsentwicklung im Investmentbanking lässt der Deutschen Bank auch kaum eine andere Wahl. So ist das Vorsteuerergebnis im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 48 Prozent auf 666 Mio. Euro eingebrochen. Die Kostenertragsquote verschlechterte sich auf 82 Prozent.  Um den entgegenzuwirken, will Jain auch die Vergütungsmodelle überdenken, was auf weniger Geld für Investmentbanker und einen höheren Anteil an zeitverzögerten Vergütungselementen hinauslaufen dürfte. Mit den Reformen will sich die Deutsche Bank als Reformvorreiter präsentieren und dennoch attraktiv für Talente bleiben.

Die Gesamtbank erzielte einen Vorsteuergewinn von 960 Mio. Euro,  was 46 Prozent weniger als im Vorjahresquartal waren. Dagegen hat die Deutsche Bank im Vergleich zu den meisten Mitbewerbern bislang nur leicht auf die Kostenbremse getreten. Der Personalaufwand zwischen April und Juni erhöhte sich sogar leicht um 1 Prozent auf 3,391 Mrd. Euro. Die Mitarbeiterzahl sank seit Jahresbeginn lediglich um etwa 340 auf rund 100.700 Beschäftigte.  Der Personalaufwand pro Kopf legte binnen Jahresfrist sogar um 1,8 Prozent auf etwa 33.700 Euro im zweiten Quartal zu. Die Kostenertragsquote lag bei 82,8 Prozent.

Auch im Investmentbanking kamen die Mitarbeiter bislang mit einem blauen Auge davon.  Zwar hat die Bank im Corporate and Investmentbanking (CIB) seit Jahresbeginn 644 Stellen gestrichen, dennoch ließ das Institut für jeden Mitarbeiter der Sparte gut 88.800 Euro springen, was lediglich 1,8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum waren.

Vergleichsweise gut schlug sich abermals das Global Transaction Banking (GTB). Trotz der Wirtschaftskrise legte hier der Vorsteuergewinn leicht auf 309 Mio. Euro zu, womit GTB fast die Hälfte des Vorsteuergewinns im Investmentbanking generierte.  Die Kostenertragsquote lag hier bei moderaten 63 Prozent. Seit Jahresbeginn legte die Mitarbeiterzahl im GTB leicht auf 4464 Beschäftige zu.

Der Vorsteuergewinn im  Geschäftsbereich Private Clients and Asset Management (PCAM) purzelte um 37 Prozent auf 433 Mio. Euro, wodurch sich die Kostenertragsquote auf 79 Prozent verschlechterte. Seit Jahresbeginn gingen hier 270 Stellen verloren. Die Bank wandte für jeden Mitarbeiter der Sparte durchschnittlich knapp 23.400 Euro auf – ein Plus von immerhin 6,5 Prozent.

Geplanter Asset Management-Verkauf lässt Spartengewinn zusammenschmelzen

Als Sorgenkind innerhalb von PCAM stellt sich das Asset and Wealth Management heraus, wo  der Vorsteuergewinn binnen Jahresfrist um 85 Prozent auf 35 Mio. einbrach. Dazu hat sicherlich auch der geplante Verkauf von Teilen der Sparte beigetragen, weshalb sich viele Kunden zurückgezogen haben. Die Kostenertragsquote fiel mit 95 Prozent entsprechend schlecht aus.

Dagegen konnte sich das Geschäft mit Privat- und Geschäftskunden wacker schlagen. Der Vorsteuergewinn verminderte sich hier lediglich um 13 Prozent auf 398 Mio. Euro. Die Kostenertragsquote belief sich auf 73 Prozent. Doch auch hier wurden seit Jahreswechsel 250 Stellen abgebaut.

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