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Sarasin schafft mit Schweizer Geld Stellen im Ausland

Sarasin-Chef: Joachim Strähle

Sarasin-Chef: Joachim Strähle

Die Bank Sarasin zählt zu den wenigen Wealth Managern, die noch Personal aufbauen. So hat das Basler Institut seit Jahresbeginn 16 neue Stellen geschaffen, binnen Jahresfrist waren es sogar 48, wie aus dem am heutigen Montag (30. Juli) vorgelegten Halbjahresbericht hervorgeht. Das ist zwar nicht viel, aber angesichts des Marktumfeldes doch beachtlich. Denn im ersten Halbjahr brach der Vorsteuergewinn auch bei Sarasin um 33,9 Prozent auf 54,3 Mio. Franken ein. Die Kostenertragsquote lag bei 83,3 Prozent. Sarasin gab also 83 Rappen aus, um einen Franken Ertrag zu erzielen.

Quelle: Sarasin Halbjahresbericht 2012

Trotz des schwachen Ergebnisses scheint die Bank keinen Grund zu sehen, ihre Wachstumsstrategie zu bremsen. „Im Hinblick auf die Akquisitionen von neuen Kunden werden weiterhin neue Kundenberater angestellt, obwohl in allen Bereichen der Gruppe eine Effizienzsteigerung angestrebt wird“, heißt es von Sarasin weiter. Entsprechend hat die Bank die Zahl ihrer Kundenberater binnen Jahresfrist von 433 auf 448 erhöht, wovon allerdings der Standort Schweiz nicht profitierte.

Vielmehr hat die Bank Sarasin ihr Personal im Ausland auf- und im Inland abgebaut. So sind in Schweiz sogar neun Kundenberaterstellen weggefallen, während im Ausland 23 hinzugekommen sind. Wie so viele andere Wealth Manager auch, verlagert Sarasin sein Geschäft sukzessive von der Schweiz in die boomenden Schwellenländer.

Das Erstaunliche bei der Strategie: Sarasin baut ausgerechnet dort Personal ab, wo die Gewinne sprudeln, und dort auf, wo das Institut rote Zahlen schreibt. Konkret:

Im traditionellen Geschäftsfeld „Switzerland & Europe“ wurden insgesamt etwa 13 Stellen gestrichen. Dabei lieferte die Region mit 33,5 Mio. Franken über 60 Prozent des Vorsteuergewinns. Die Kostenertragsquote verschlechterte sich zwar auf 73,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, kann sich aber im Branchenvergleich durchaus sehen lassen.

Noch besser sieht es im Geschäftsbereich „Trading & Family Offices“ aus. Dort verringerte sich die Mitarbeiterzahl insgesamt um zwei Stellen auf 92 Beschäftigte. Die Kundeberaterzahl purzelte sogar um 6 auf 49 – ein Minus von über 10 Prozent. Doch auch hier klingelte die Kasse. So generierte der Geschäftsbereich einen Vorsteuergewinn von 15,5 Mio. Franken, während sich die Kostenertragsquote auf moderate 63,6 Prozent belief.

Das Geschäftsfeld „Institutional Advisory & Sales“ lieferte einen Vorsteuergewinn von 5,4 Mio. Franken ab.  Die Zahl der Kundenberater wurde um 3 auf 47 vermindert. Im Unterschied zu den übrigen Geschäftseinheiten verbesserte sich hier sogar die Kostenertragsquote von 79,8 Prozent im Vorjahreszeitraum auf 77,9 Prozent per 30. Juni.

Ganz anders sieht es dagegen im zukunftsträchtigen Geschäftsbereich „Middle East & Asia“ aus. Dort erlitt Sarasin einen Verlust von 3,7 Mio. Franken, weshalb die Kostenertragsquote bei sehr schlechten 107,2 Prozent lag. Dabei fiel die Quote in „Middle Eat & Asia“ mit 84,5 Prozent im ersten Halbjahr 2011 bereits schlechter als in sämtlichen übrigen Geschäftsbereichen aus. Dennoch stellt Sarasin hier ein. Der Personalbestand erhöhte sich um 8 Stellen.

Damit scheint Sarasin nur ein Beispiel für ein Dilemma vieler Schweizer Wealth Manager zu sein: Die Zukunft des Geschäfts wird in den aufstrebenden Schwellenländern gesehen – allerdings fällt es den Instituten immer noch schwer, dort Geld zu verdienen. Mithin wird die Expansion Richtung Emerging  Markets durch die Gewinne aus dem traditionellen Schweizer Geschäft finanziert.

Quelle: Sarasin Halbjahresbericht 2012

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