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Finanztransaktionssteuer treibt Fonds ins Ausland. Dennoch herrscht wenig Gefahr für die Arbeitsplätze

UnionInvestment

Die nationale Einführung der Finanztransaktionssteuer (FTT) in Deutschland sorgt für reichlich Unmut. Die Steuer würde weniger die Banken als die Kleinanleger belasten, fürchtet etwa Union Investment. „Die Belastung summiert sich über die Jahre: Allein Anleger in den deutschen Publikumsfonds von Union Investment  hätten in nur zehn Jahren einen Nachteil von 1,5 Mrd. Euro. Dabei haben wir nicht einmal einen Wertzuwachs in den Fonds unterstellt“, sagte Union Investment-Chef Hans Joachim Reinke anlässlich der Präsentation des Halbjahresergebnisses.

Weiter warnte Reinke vor einer Verlagerung an Standorte, wo die Steuer voraussichtlich nicht erhoben wird: „Wenn es zur Umsetzung der Steuer in Deutschland kommt und dabei bedeutende Finanzzentren wie London, Luxemburg oder Dublin außen vor bleiben, können große standortunabhängige Finanzmarktakteure ihre Aktivitäten in steuerfreie Gebiete verlegen.“

Auch Union Investment würde sich dem Exodus anschließen. „Ein Weg dabei wäre, keine neuen Publikumsfonds mehr in Deutschland aufzulegen – mit allen Konsequenzen für den Finanzplatz“, ergänzte Reinke.

Diese dürften zumindest auf die Arbeitsplätze in der deutschen Fondsbranche nicht allzu heftig ausfallen. Denn das Portfolio Management würde samt den Arbeitsplätzen in Deutschland verbleiben. Lediglich der rechtliche Sitz würde sich ins Ausland verlagern. Schon heute sind ein Großteil deutscher Fonds an Standorten wie Luxemburg oder Irland domiziliert, die sich längst als Kompetenzzentren für die Fondsadministration etabliert haben. Mithin rechnet auch ein Sprecher von Union Investment mit keinen Auswirkungen auf die Mitarbeiterzahl. Anders könnte dies jedoch für die Steuereinnahmen des Fiskus aussehen.

Laut Branchenexperten könnte die FTT gravierendere Auswirkungen auf die Beschäftigung im Hochfrequenzhandel der Banken oder im Geschäft mit Finanzinnovationen haben. Denn diese Geschäfte würden von der Finanztransaktionssteuer getroffen. Allerdings würden die in Frankfurt abgebauten Stellen später wieder in London oder anderswo auferstehen.

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