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Trotz Stellenstreichorgie enttäuscht Commerzbank beim Ergebnis

Obgleich die Commerzbank beim Stellenabbau schneller vorankommt als erwartet, bleibt das Konzernergebnis hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Nach den am heutigen Montag (8. November) vorgelegten Geschäftszahlen hat das staatlich gestützte Institut im dritten Quartal nur ein mageres operatives Ergebnis von 116 Mio. Euro erwirtschaftet. Da sich das Ergebnis in den ersten 9 Monaten auf 1,13 Mrd. Euro summiert, rechnet Konzernchef Martin Blessing auch für das Gesamtjahr mit schwarzen Zahlen.

Rekordergebnis in der Mittelstandsbank

Als Goldesel des Instituts erwies sich abermals die Mittelstandsbank, wo das Ergebnis auf den Rekordwert von 456 Mio. Euro gesteigert werden konnte. Das Investmentbanking trug bescheidene 100 Mio. Euro zum Gewinn bei.

Das Privatkundengeschäft zeigte sich mit einem Beitrag von 27 Mio. Euro auch weiterhin als ertragsschwach. Im Osteuropageschäft musste die Commerzbank einen Verlust von 202 Mio. verkraften. Doch das eigentliche Sorgenkind des Unternehmens stellt der Bereich Asset Based Finance dar, wozu die Schiffsfinanzierung und die strauchelnde Eurohypo zählen. Allein hier verlor das Unternehmen 404 Mio. Euro.

Einen maßgeblichen Einfluss auf das Ergebnis hatte auch die hausinterne Bad Bank. Durch das aufgehellte Kapitalmarktumfeld wurde hier ein Buchgewinn von 315 Mio. Euro erzielt.

Beim Kahlschlag unter den Mitarbeitern geht es unterdessen munter voran. In den ersten neun Monaten verminderte sich die durchschnittliche Stellenzahl um 12,4 Prozent auf gut 57.000 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wobei die ausländischen Mitarbeiter die Hauptlast zu tragen hatten.

Rein rechnerisch wandte die Commerzbank in den ersten neun Monaten des Jahres für jeden Mitarbeiter durchschnittlich 58.300 Euro auf, was 6 Prozent mehr sind als im Vorjahreszeitraum. Da in diesen Zahlen auch Kosten für den Personalabbau enthalten sind, dürfte es in den meisten Mitarbeiter-Portemonnaies nicht lauter klingeln.

Der Personalabbau fiel im Investmentbanking besonders groß aus. Hier verminderte sich die Beschäftigtenzahl um 35,6 Prozent auf 1883 Vollzeitstellen in den ersten neun Monaten des Jahres. Nach den Planungen will die Commerzbank die Zahl ihrer Investmentbanker bis Ende kommenden Jahres auf 1650 Stellen verringern.

Die Mitarbeiterzahl in der wesentlich profitableren Mittelstandsbank sank indes nur um 9,1 Prozent auf 5135 Beschäftigte. In den personalintensiven Sparten Privatkunden und Infrastruktur (Sonstige) verminderte sich die durchschnittliche Zahl an Vollzeitstellen um 13,4 Prozent auf knapp 20.000 bzw. um 11,2 Prozent auf gut 18.400.

Strutz warnt: Hohe Abgabenbelastung könnte zu weiterem Personalabbau führen

Damit hat die krisengeschüttelte Bank bereits mehr 6900 der geplanten 9000 Stellen abgebaut, womit das Abbauprogramm im Zuge der Übernahme der Dresdner Bank bereits zu 80 Prozent erfüllt sei.

Finanzvorstand Eric Strutz warnte unterdessen vor wachsenden Belastungen durch den Staat. Allein die geplante Bankenabgabe würde das Institut mit jährlich rund 200 Mio. Euro belasten. “Die Schmerzgrenze ist überschritten, dass man das mit den normalen Boardmitteln erreichen kann”, sagte Strutz. Dennoch schloss Strutz derzeit einen weiteren Personalabbau über die geplanten 9000 Stellen hinaus aus: “Im Moment haben wir weitere Stellenstreichungen nicht vor.”

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