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Keine guten Aussichten für Schweizer Mitarbeiter: Julius Bär spart sich zum Erfolg

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Trotz des turbulenten Marktumfeldes konnte Julius Bär im ersten Halbjahr mit einem überzeugenden Ergebnis glänzen. So vermochte die Zürcher Privatbank den Vorsteuergewinn um 15,4 Prozent auf 266,4 Mio. Franken zu steigern. Die verwalteten Kundenvermögen legten sogar um 5 Prozent auf den Rekordwert von 179 Mrd. Franken zu, wozu auch ein Nettoneugeldzufluss von 5,5 Mrd. Franken beitrug, wie das Institut am heutigen Montag (23. Juli) mitteilte.

Neben dem Einwerben von frischen Kundengeldern scheint indes auch ein kräftiger Tritt auf die Kostenbremse erfolgsentscheidend für Wealth Manager zu sein. So purzelte der Betriebsertrag im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum sogar um 3,9 Prozent auf 863,1 Mio. Franken. Allerdings drückte Julius Bär im gleichen Zeitraum die Kosten überproportional um 10,5 Prozent auf 596,7 Mio. Franken.

Auch die Mitarbeiter trugen hierzu ihr Scherflein bei. So ließ Julius Bär für die Mitarbeiter 404 Mio. Franken springen, was 2 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum waren. Der Personalaufwand pro Kopf erhöhte sich um bescheidene 0,8 Prozent auf gut 111.564 Franken.

Mitarbeiterzahl: Abbau im Inland und Aufbau im Ausland

Die Zahl der Vollzeitstellen lag mit 3649 in etwa auf Vorjahresniveau. Allerdings baute Julius Bär in der Schweiz kräftig Personal ab und im Ausland auf. Mithin verringerte sich die Stellenzahl hierzulande um 1,1 Prozent auf 2716, während sie im Ausland um 4,1 Prozent auf 933 zulegte. Dies spiegelt die Strategie wider, das Geschäft verstärkt in die boomenden Schwellenländer zu verlegen.

Um einen Fuß in das Geschäft in Festlandschina zu bekommen, vereinbarte Julius Bär eine strategische Zusammenarbeit mit einer der größten chinesischen Banken. „Die Kooperation mit der Bank of China verhilft uns zu einer Zusammenarbeit mit einem Top-Player in Festlandchina“, jubelte Julius Bär-Chef Boris Collardi. Im Zuge der Zusammenarbeit werden die Zürcher auch das Schweizer Geschäft der Bank of China mit Sitz in Genf übernehmen.

Einsparungen im Backoffice absehbar

Doch neben dem Wachstum in den Schwellenländern sucht die Bank ihr Heil in einem kräftigen Tritt auf die Kostenbremse. Demnach will Julius Bär die Kostenertragsquote von 70,4 Prozent im ersten Halbjahr mittelfristig auf 62 bis 66 Prozent verringern. Da die Personalausgaben rund 68 Prozent der Gesamtkosten ausmachen, dürfte dies ohne weitere Einschnitte vor allem beim Schweizer Personal kaum zu schaffen sein. Besonders betroffen von derartigen Maßnahmen dürften die unterstützenden Tätigkeiten sein. So kündigte Julius Bär an, bei der künftigen Personalentwicklung vor allem die „front/back ratio“ im Auge zu behalten.

Bankchef Boris Collardi zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden: „Die Wachstumsstrategie von Julius Bär blieb im ersten Halbjahr 2012 gut auf Kurs, wie der kräftige Netto-Neugeldzufluss zeigt. Gleichzeitig beeinflusste die andauernde wirtschaftliche und politische Unsicherheit, dominiert von der Krise in der Eurozone, das Marktumfeld weiterhin. Vor diesem Hintergrund blieben unsere Kunden in ihrem Anlageverhalten insgesamt weiterhin zurückhaltend, was sich in der verhältnismäßig geringen Transaktions- und Handelsaktivität widerspiegelte. Trotz des Einflusses dieser Entwicklungen auf die Erträge konnten wir unsere Profitabilität dank kontinuierlicher Kostenkontrolle und vorsichtiger Ressourcenverwendung mehrheitlich aufrechterhalten.“

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