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Bundesbank kritisiert Eigenkapitalausstattung der Banken: Sinkt Spielraum für Boni?

Der Ton wird schärfer. Bundesbank-Präsident Axel Weber kritisierte in einem Interview mit der Börsen-Zeitung die mangelnden Anstrengungen deutscher Banken, ihr Eigenkapital zu stärken. “Den Kreditinstituten müsste klar sein, dass die zuletzt so reichlich geflossenen Erträge jetzt sofort und massiv zur Kapitalstärkung der Bilanzen verwendet werden müssen”, sagte Weber. Da die Bundesbank gemeinsam mit der Bundesanstalt für Finanzdienleistungsaufsicht für die Bankenaufsicht verantwortlich ist, gewinnt die Kritik besondere Brisanz.

Den Banken drohte Weber sogar mit regulatorischen Eingriffen, falls die Stärkung der Eigenkapitalbasis nicht aus eigenem Antrieb vorgenommen werde. Den Kreditinstuten müssen klar sein, dass die Anforderungen an das Eigenkapital künftig steigen würden, um die Finanzbranche resistenter gegenüber Krisen zu machen. “Mein Eindruck ist allerdings, dass die Banken noch nicht richtig verstanden haben, was für erhebliche zusätzliche Kapitalanforderungen auf sie zukommen werden,” betonte Weber.

Ebenso kritisch sieht der Bundesbank-Präsident die Bitte der Banken um längere Übergangsfristen. “Es ist vollkommen inkonsistent, Schonfristen und Übergangsregelungen zu fordern, aber sich nicht darum zu bemühen, die Bilanzen aus eigener Kraft robuster zu machen”, hieß es weiter.

Die Deutsche Bank wollte die Kritik Webers nicht kommentieren. Dennoch sei die Kernkapitalquote bis Ende September binnen Jahresfrist von 10,3 auf 11,7 Prozent gestiegen. Von Januar bis September konnte die Deutsche Bank immerhin mit einem Nachsteuergewinn von 3,6 Mrd. Euro glänzen.

Die Commerzbank sieht sich nicht angesprochen, da das Institut in 2009 bis Ende September einen Verlust von 696 Mio. Euro eingefahren hat. Die Kernkapital betrug 10,9 Prozent.

Schärfere Vorschriften für das Eigenkapital könnten auch den Spielraum für Gehälter, Bonuszahlungen und Dividenden verringern. Doch wie sich trotz Milliardenverlust hohe Abfindungen erstreiten lassen, zeigte zuletzt der Ex-Manager von Dresdner Kleinwort Jens-Peter Neumann. Obgleich der Manager für einen Verlust des von der Commerzbank übernommenen Instituts in Höhe von 5,7 Mrd. Euro mitverantwortlich war, erstritt Neumann vor Gericht eine Abfindung in Höhe von zusätzlich 1,5 Mio. Euro. Die teilverstaatlichte Commerzbank verzichtete gestern darauf, Berufung gegen das Urteil einzulegen.

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