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Finanzsektor: Gute Jobaussichten im Außendienst (Teil 2)

Selbstständige Finanzberater im Außendienst prägen zunehmend das Bild der Branche. Wer hier Leistung bringt, kann sehr viel Geld verdienen – und besitzt derzeit gute Chancen auf einen Berufseinstieg.

Das Gros der Außendienstmitarbeiter in der Finanzbranche bilden derzeit noch die angestellten Finanzberater – doch das dürfte sich ändern. “Ich denke, noch gibt es mehr Angestellte als Freiberufler”, bestätigt Frank Behrmann, Spezialist bei der Hamburger Vergütungsberatung PersonalMarkt Services GmbH. “Das wird sich aber, wie z.B. gerade auch bei den Versicherungen zu beobachten, in den nächsten Jahren ändern.”

Freie Finanzvertriebe wie etwa die börsennotierten AWD oder MLP, deren Berater nicht im Angestelltenverhältnis arbeiten, sondern selbstständig sind, sorgen für ein stetiges Wachstum der Zahl der freiberuflich tätigen Finanzberater.

MLP: 500 Neue Berater bis Ende 2007

Die Heidelberger MLP AG beispielsweise beschäftigt neben 1.941 angestellten Mitarbeitern derzeit nicht weniger als 2.564 Berater, die als selbstständige Handelsvertreter fungieren, in 297 Geschäftsstellen in Deutschland, Österreich, Schweiz, England, Niederlande und Spanien.

“Bis Ende 2007 wollen wir die Zahl unserer Finanzberater auf 3.000 erhöhen,” beschreibt MLP-Pressesprecher Jan Berg die Zielgröße. Das bedeutet inklusive der natürlichen Fluktuation rund 500 neue Finanzberaterstellen in den kommenden zwei Jahren!

Gute Voraussetzungen für einen Einstieg als Berater bei MLP haben berufserfahrene Banker. Mit ihren Vorkenntnissen aus der Branche sowie ihrem normalerweise professionellen Umgang mit Kunden sind sie ideale Kandidaten für die Position des MLP-Beraters.

Auch für Hochschulabsolventen gibt es bei MLP gute Einstiegschancen. Begehrt bei den Heidelbergern sind dabei insbesondere Absolventen aus den Fachrichtungen Wirtschaftswissenschaften, Medizin und Zahnmedizin, Naturwissenschaften, Ingenieurwissenschaften und Jura.

Das Einkommen der selbstständigen Finanzberater setzt sich aus vermitteltem Geschäft, Provision, Courtagen und betriebswirtschaftlichen Honoraren zusammen- und ist damit abhängig von den erbrachten Leistungen.

MLP selbst gibt Durchschnittsgehälter für seine Finanzberater an. Demzufolge verdient ein Neueinsteiger im ersten Berufsjahr durchschnittlich 18.000 Euro, befindet sich dabei allerdings auch noch in der Ausbildungsphase. Im zweiten Jahr steigen die Durchschnittsgehälter bereits auf 46.000 Euro und im dritten auf 68.000 Euro.

Bis zum sechsten Berufsjahr steigen den Angaben zufolge die Durchschnittsgehälter auf 127.000 Euro pro Jahr. “Die Verdienstmöglichkeiten unserer Berater liegen über dem Branchendurchschnitt”, kommentiert MLP-Sprecher Berg diese Zahlen.

Aus- und Weiterbildung hoch im Kurs

Grundvoraussetzung für hohe Verdienste sind optimale Kenntnisse der Finanzwelt. MLP hat zur Wahrung einer hohen Beratungsqualität in seiner Aus- und Weiterbildung die “MLP Corporate University” gegründet. Praxisbegleitend erwerben die MLP-Finanzberater hier die theoretischen Finanzkenntnisse, die sie nach dem Einstieg bei MLP zunächst in den MLP-Geschäftsstellen in die Praxis umsetzen.

Am Anfang steht ein dreimonatiges Intensivtraining zum MLP Financial Consultant (CU), in den folgenden 20 Monaten qualifizieren sie sich berufsbegleitend zum Senior MLP Financial Consultant (CU).

Zu Beginn der Berufstätigkeit stehen den Neu-Finanzberater dann alle Supportmöglichkeiten aus dem MLP-Backoffice zur Verfügung, ältere Berater sind Ansprechpartner für die jungen. “Wir lassen die Berufsanfänger nicht allein,” verspricht Jan Berg.

Finanzberater-MBA

Und auch nach dem Start ins Finanzberater-Berufsleben ist für die Weiterbildung gesorgt: Die MLP Corporate University bietet MLP-Beratern das internationale Corporate Executive MBA-Programm in Zusammenarbeit mit vier der bedeutendsten Business Schools Europas an: der SDA Bocconi Mailand, der HEC Paris, der ESADE Barcelona und der CASS Business School London, an denen 40 % der Seminare stattfinden.

Die akademische Betreuung des Programms erfolgt durch die European School of Business – ESB – der Hochschule Reutlingen. “Für MLP ist die Aus- und Weiterbildung der Berater von strategischer Bedeutung und der MLP-MBA verdeutlicht, dass wir unseren Qualitätsanspruch in der Beratung mit dieser Investition in Wissen ausbauen und umsetzen”, unterstreicht Dr. Uwe Schroeder-Wildberg, Vorstandsvorsitzender der MLP AG, die Bedeutung des MBA-Programms für sein Unternehmen.

Die Teilnehmer des MLP-MBA werden in getrennten Schulungseinheiten in “General Management” ausgebildet, wobei als Vertiefungsrichtung “Finance and Investment” gewählt wurde. Das Programm wurde von der MLP Corporate University gemeinsam mit den ausländischen Hochschulen modular zusammengestellt. Die Dauer dieses Studiums beträgt insgesamt 22 Monate.

AWD: 2.000 neue Berater bis 2008

Branchenprimus AWD verfügt über ein noch größeres Beraterheer: Trotz des Abbaus von rund 250 Beratern in diesem Jahr verfügte die Hannoveraner AWD-Gruppe weltweit per Ende September 2005 über nicht weniger als 6.000 Finanzberater im Außendienst, davon knapp 4.000 in Deutschland.

Bis 2008 will das Unternehmen die Zahl seiner Berater sogar um 25 % auf 8.000 steigern, wie AWD-Finanzchef Ralf Brammer auf dem Eigenkapitalforum der Deutschen Börse AG Ende November verriet. Besonders begehrt sind Branchenerfahrene im Alter zwischen 23 und 45 Jahren, einer abgeschlossenen Berufsausbildung oder einem Hochschulstudium.

Auch hier sind also 2000 neue Finanzberater-Stellen in den kommenden 3 Jahren zu vergeben – gute Aussichten also weiterhin für einen Einstieg in die Branche.

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