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Der unaufhaltsame Abstieg des Axel Wieandt: Ex-Shootingstar ist auch seinen Job bei der Credit Suisse los

So schlimm wird es für Axel Wieandt nicht kommen.

So schlimm wird es für Axel Wieandt nicht kommen.

Der Stellenabbau im Investmentbanking der Credit Suisse scheint ein prominentes Opfer zu haben: Axel Wieandt, den ehemaligen Shootingstar und Ziehsohn des langjährigen Deutsche Bank-Chefs Josef Ackermann. Laut einem Bericht des Handelsblatts soll Wieandt indes selbst gekündigt haben, „da sich die Dinge nicht so entwickelt haben wie gewünscht.“ Damit setzt sich der beispiellose Abstieg des einstiegen Karrierebankers weiter fort.

Bei der Credit Suisse hatte Wieandt erst zum 1. Juli 2011 – also vor ziemlich genau einem Jahr – einen Job im Investmentbanking angetreten. Damals lobte Credit Suisse Deutschland-Chef Michael Rüdiger den Neuzugang in höchsten Tönen: „Mit Axel Wieandt wechselt ein weiterer Top-Banker zur Credit Suisse in Deutschland. Mit einem so erfahrenen und bestens vernetzten Banker werden wir unsere Position signifikant verstärken und unser Momentum zusätzlich unterstützen. Die Betreuung von Finanzdienstleistern gehört zu den Kernaufgaben im Investmentbanking in unserer Region.“

Doch von Deals im Banking-Geschäft konnte zumindest in Deutschland im zurückliegenden Jahr keine Rede sein. Vielmehr lassen sich Banken und andere Finanzdienstleister derzeit schwerer verkaufen als Serrano-Schinken in der Kantine der Teheraner Revolutionswächter. In einer solchen Situation helfen auch die besten Kontakte nicht weiter.

Allerdings scheint Wieandt – wie so viele andere Investmentbanker – nicht von Arbeitslosigkeit bedroht zu sein. „Sein nächster Schritt ist noch offen. Mehrere Jobangebote liegen ihm vor, berichten Kreise. Darunter eines aus der Finanzbranche“, schreibt das Handelsblatt.

Karriere quasi in die Wiege gelegt

Dennoch zeugt der Abgang von dem eher bescheidenen Posten bei der Credit Suisse von einem erstaunlichen Abstieg. So wurde dem heute 45jährigen das Banking quasi in die Wiege gelegt. Denn es handelt sich bei ihm um den Sohn von Paul Wieandt, der sich als Sanierer der BfG-Bank, der Schmidt-Bank und der Landesbank Rheinland-Pfalz einen Namen machte. Seine Schwester Dorothee ist Partnerin bei Goldman Sachs und Gattin von Commerzbank-Chef Martin Blessing.

Wieandt studierte Betriebswirtschaft an der exklusiven Privathochschule WHU in Vallendar, erwarb einen MBA der Kellogg School of Management sowie eine Promotion an der WHU. Seine ersten Berufserfahrungen sammelte er bei McKinsey und Morgan Stanley. 1998 wechselte Wieandt zur Deutschen Bank und wurde bereits in 2000 zum jüngsten Bereichsvorstand im Corporate Center ernannt.

Im Oktober 2008 platzierte ihn Ackermann an der Spitze der staatseigenen Krisenbank Hypo Real Estate – damit schien es Wieandt in den erlauchten Kreis der Bankchefs mit gerade einmal 42 Jahren geschafft zu haben.

Vier Jobwechsel in nur vier Jahren

Doch dann erfolgte der Abstieg: Bereits im März 2010 warf Wieandt den Job hin. Gründe waren ein Streit um hohe Bonuszahlungen für Schlüsselmitarbeiter sowie die Furcht vor persönlichen Haftungsrisiken. Im Juni kehrte er zur Deutschen Bank zurück, wobei seine Lancierung als BHF Bank-Chef im Sommer angeblich an Bedenken der Finanzaufsicht BaFin scheiterte. Anschließend wechselte er enttäuscht zur Credit Suisse.

Damit hat Wieandt in nur vier Jahren vier Mal den Job gewechselt, wovon es die letzten drei Male abwärts ging. Allerdings hat der 45jährige zumindest seine Altersvorsorge unter Dach und Fach. Denn aus seiner kurzzeitigen Tätigkeit als HRE-Chef stehen Wieandt ab dem 60. Lebensjahr Pensionsansprüche von 240.000 Euro jährlich zu. Doch bis dahin sind es noch 15 Jahre.

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