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GASTKOMMENTAR: Fakt ist, wir werden wie Werkzeuge und nicht als Menschen behandelt

Tool. (Photo credit: Wikipedia)

Tool. (Photo credit: Wikipedia)

Banken lassen den immer gleichen Satz verlauten: Die Mitarbeiter seien das wertvollste Kapital und es stelle ein Priorität dar, die Leute von einem Weggang abzuhalten. Doch nur weil dies immer wiederholt wird, wird noch lange nicht entsprechend gehandelt.

Auf den ersten Blick hat sich die Situation verbessert. So stellt mittlerweile auch der Vaterschaftsurlaub ein verbreitetes Phänomen dar. Doch auf den zweiten Blick würde ich bezweifeln, dass sich die Mentalität des Managements gegenüber den Mitarbeitern wirklich gewandelt hat. Letztlich werden die Mitarbeiter immer noch als Werkzeuge betrachtet, die nur einfach nach ihrer finanziellen Produktivität und Performance-Indikatoren bewertet werden. Dagegen kommen solche Dinge wie Wellness und Zufriedenheit immer noch an zweiter Stelle.

Sicher, auch ich stimme zu, dass wir alle eingestellt wurden, um für unsere Unternehmen eine gewisse Leistung zu erbringen und unsere Performance muss gemessen werden. Doch zugleich stellen wir nicht nur Betriebsmittel dar. Denn Mitarbeiter sind immer individuelle Persönlichkeiten mit Gefühlen und Emotionen, die mehr verdienen als nur auf eine Reihe von KPIs reduziert zu werden.

Was kann also unternommen werden? Ich persönlich schätze jedes Unternehmen, welches seinen Managern Zufriedenheits-Indikatoren als Ziele vorgibt. Darin kann ein Weg bestehen, um den Geschichten von Leuten ein Ende zu bereiten, die durch Arbeit an Wochenenden und im Urlaub sowie durch Mammut-Arbeitszeiten ausgebrannt sind.

Manager müssen sich bewusst werden, dass hierin ein Problem besteht. Dies wird überdies durch die Kosteneinsparungen und den Stellenabbau in jüngster Zeit noch verschlimmert, denn die verbliebenen Mitarbeiter müssen die Arbeit der gefeuerten Mitarbeiter schultern. Dabei lässt sich Überarbeitung leicht erkennen, doch die Manager wenden davon gern ihren Blick ab, so lange die Arbeit geleistet wird.

Stattdessen gibt es sinnlose Wundermittel und eine ganze Reihe von fälschlichen Wohltaten, die niemandem weiterhelfen.  So macht die Möglichkeit zur Arbeitsfreistellung für Prüfungen keinen Sinn, wenn die Manager diese niemals genehmigen und die Leute einfach zu viel Angst haben, darum zu bitten.

Vielleicht hat es der Regisseur Ridley Scott in Blade Runner am besten auf den Punkt gebracht: „Die Kerze, die doppelt so hell leuchtet, brennt nur halb so lang.“ Für Nachhaltigkeit und den Erhalt der Arbeitskraft müssen die Arbeitgeber endlich das Gespräch suchen.  Andernfalls werden die Mitarbeiter diesen Zustand zähneknirschend akzeptieren, aber ihre Begeisterung verlieren, ausbrennen und irgendwann für immer verschwinden.

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