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HSBC Trinkaus greift nach RestLB: Sollten Sie für die Briten arbeiten?

Europas größte Bank HSBC aus Großbritannien zählt hierzulande eher zu den Zwergen. So hat der Gesamtkonzern im ersten Quartal einen Vorsteuergewinn von 4,906 Mrd. US-Dollar (3,51 Mrd. Euro) eingestrichen, während es die deutsche Tochter HSBC Trinkaus gerade einmal auf 63,1 Mio. Euro brachte. Damit trugen die Düsseldorfer zum Erfolg des Konzerns gerade einmal 1,8 Prozent bei.

Doch nach dem Willen von HSBC Trinkaus soll sich dies ändern. So verfolgen die Düsseldorfer für Deutschland eine klare Expansionsstrategie: Der Vorsteuergewinn kletterte im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 14,7 Prozent und die Bilanzsumme legte um 8,5 Prozent auf 20,17 Mrd. Euro zu.

Die Wachstumsstrategie schlägt sich auch in einem kräftigen Personalaufbau nieder. So schuf HSBC Trinkaus per 31. März binnen Jahresfrist immerhin 217 neue Stellen, womit das Personal um 9,5 Prozent zunahm und die Bank erstmals die Marke von 2500 Mitarbeitern durchbrach.

Doch das organische Wachstum der Bank scheint den Düsseldorfern nicht mehr zu genügen. Denn nach Informationen der Financial Times Deutschland greift HSBC Trinkaus jetzt nach interessanten Teilen der RestLB.

Seit Ende vergangener Woche ist klar, dass die WestLB-Eigentümer nur noch das Verbundgeschäft mit den Sparkassen weiterführen werden und somit drei Viertel der Bilanzsumme von knapp 200 Mrd. Euro sowie drei Viertel der noch fast 5000 Mitarbeiter der WestLB zur Disposition stehen.

Demnach interessieren HSBC Trinkaus an den Düsseldorfer Nachbarn vor allem die Wertpapieranalyse sowie das Großkundengeschäft. “Wir sind in Gesprächen”, bestätigte HSBC Trinkaus-Chef Andreas Schmitz die Verhandlungen. Eine Prüfung der WestLB-Bücher sei indes noch nicht erfolgt.

Für die Mitarbeiter der WestLB gibt es somit wieder Grund zur Hoffnung. Denn die Briten erweisen sich hierzulande durchaus als attraktiver Arbeitgeber. So stieg der Personalaufwand im ersten Quartal um 10,4 Prozent auf 75,3 Mio. Euro an, womit HSBC Trinkaus für jeden seiner Beschäftigten durchschnittlich gut 30.000 Euro auf den Tisch blätterte. Damit liegt das Institut auf halben Weg zwischen Deutscher Bank mit einem Prokopf-Personalaufwand von knapp 42.000 und der Commerzbank mit mageren 19.200 Euro.

Derweil soll bei HSBC Trinkaus das organische Wachstum munter weitergehen, wie der Quartalsbericht offenbart: “Um diese Ziele zu erreichen, wollen wir auch die Zahl unserer Mitarbeiter weiter steigern, auch wenn wir die Zuwachsrate des Verwaltungsaufwands straffer kontrollieren werden.” Die letzte Bemerkung gibt aus Mitarbeitersicht indes Anlass zur Sorge.

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