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GASTKOMMENTAR: Stellen Investmentbanken nur attraktive Frauen ein?

Bevor wir loslegen, muss ich ein kleines Geständnis machen: Ich bin eine Frau und arbeite im Investmentbanking.

Doch entgegen aller falschen Bescheidenheit und Selbsterniedrigung bezweifle ich aufrichtig, dass ich wegen meines Aussehens eingestellt worden bin. Ich sehe vollkommen gewöhnlich aus und kann mich gelegentlich herausputzen, vorausgesetzt ich habe die Zeit dazu und genügend Schlaf. Doch da diese beiden Bedingungen nur selten gemeinsam eintreffen, kann ich nicht sehen, wie das meine Karriere beeinflusst haben sollte.

Wenn ich an meine weiblichen Kollegen und Arbeitsfreunde denke, die ich über die Jahre hinweg kennengelernt habe, dann möchte ich behaupten, dass die große Mehrheit unter die gleiche Kategorie wie ich fällt: weder atemberaubend schön noch abgrundtief hässlich. Doch woher stammt das Märchen, dass Frauen schön sein müssen, um in einer Investmentbank zu arbeiten?

Ich denke, das rührt daher, dass jeder, der in ein Handelssaal arbeitet oder irgendeinmal gearbeitet hat, zwei oder drei Beispiele nennen kann, bei der das Aussehen eine Rolle bei er Jobvergabe gespielt haben muss, da es keinen anderen ersichtlichen Grund gibt, wieso sich diese Personen sonst dort befinden.

Diese Tatsache ist jedoch irrelevant, wenn wir berücksichtigen, dass diese zwei oder drei eine Gruppe von – seien wir großzügig – 30 Frauen im Handelssaal repräsentieren. Sie tendieren dazu, aus der Masse herauszustechen. Teilweise stechen sie hervor, weil wir ihnen viele Blicke zuwerfen: oft blond, ein wenig langbeinig und mit wallendem Haar. Teilweise stechen sie auch hervor, weil sie im Extremfall keine erkennbaren anderen Fähigkeiten besitzen, was der entscheidende Faktor für die Entstehung des Märchens seien dürfte.

Das offenkundigste Beispiel dieser Version, das ich angetroffen habe, war eine Frau in einer ziemlich hohen Management-Position, die nicht mit Excel umgehen konnte, die nicht eine Zahl als Prozentsatz einer anderen Zahl auszurechnen vermochte und die es als extreme Herausforderung erachtete, ein Tortendiagramm zu entwerfen.

Die Männer im Handelssaal liebten sie und wir gaben ihr einen Spitznamen, den ich hier nicht wiederholen will. Mithin ist es wichtig festzuhalten, dass nicht alle schönen Frauen unter diese Kategorie fallen. Manche sind beides: schön und kompetent und werden auch als solche anerkannt.

Ich erinnere mich an eine der ersten Sales-Frauen, mit denen ich zusammengearbeitet habe. Sie war erstaunlich schön, elegant und besaß eine Garderobe, für die ich sterben würde. Sie war auch schneller, flexibler im Denken und geschäftstüchtiger als ihre männlichen Kollegen. Ihre Kundenbasis und ihre Provisionen flößten uns allen Ehrfurcht ein; dann wollten wir alle ihre Schuhe haben.

Das Investmentbanking tendiert dazu, Extreme hervorzubringen. Denn eine große Gruppe von Menschen sitzt tagein tagaus dicht gedrängt beieinander. Trotz vieler vieler, vieler Eigenarten bleibt Banking ein Karriereweg, der – obgleich er nicht für jedermann geeignet ist – Frauen die Chance gibt, genauso viel, wenn nicht sogar mehr als ihre männlichen Kollegen zu verdienen und wo der Erfolg weitaus objektiver gemessen wird als in vielen anderen Branchen.

Das Märchen von der Schönheit ist nichts anderes als eine Ausrede für Klatsch.

Kommentare (2)

Comments
  1. Frauen können durch ihre Kompetenz UND ihr Aussehen Karriere machen. Bei Männern ist das anders: Sie können (fast) NUR durch Kompetenz Karriere machen.

  2. Bloomberg hat die hübscheren vor Ort Betreuerin als Reuters –
    die Top5 Investment Banken haben definitiv die hübscheren Frauen als Tier2 und Tier3 Banken

    Schön kommt weiter – da gibt es die verschiedensten Studie zu
    und mit einem netten Lächeln erst recht

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