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Meine erste Frau hat mich verlassen, weil ich im Investment Banking gearbeitet habe

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Meine Karriere war kein Zuckerschlecken. Einige Leute blicken auf meine Erfolge und meinen, ich hätte viel Glück gehabt. Alles scheint mir leicht gefallen zu sein. Doch das trifft nicht zu. Um alles musste ich gewissermassen mit Zähnen und Klauen kämpfen. Niederlagen und Zurückweisungen sind mir nicht unbekannt. An verschiedenen Punkten dachte ich, es gehe nicht mehr weiter. Drei Ereignisse haben dabei für mich eine besondere Rolle gespielt. Ich kann mich an die Gefühle von Hoffnungslosigkeit und Niederlagen erinnern, als wenn es gestern gewesen wäre.

Das erste richtige Problem trat bereits zu Beginn meiner Karriere in den Finanzdienstleistungen auf. Ich hatte meine ganze Seele und Liebe in ein Praktikum investiert. Ich hielt mich für einen der am härtesten arbeitenden Praktikanten. Ich habe am Arbeitsplatz gegessen und geschlafen. Sie verstehen, wie niedergeschlagen ich war, als meine Bewerbung für einen Einstiegsjob von derselben Bank abgelehnt wurde. Ich war mir sicher gewesen, dass ich mich bewiesen habe und drauf und dran wäre, eine grosse Nummer zu werden. Plötzlich brachen alle meine Träume in sich zusammen.

Nach dieser Enttäuschung habe ich mich einige Zeit im Selbstmitleid gesuhlt. Doch dann habe ich mich durgerungen, mich an meinen eigenen Haaren aus dem Morast zu ziehen und es noch einmal zu versuchen. Schliesslich handelte es sich um meinen Traum und ich war nicht bereit, ihn kampflos aufzugeben. Zurückblickend bin ich meinen Eltern dankbar, dass sie mir in dieser schwierigen Zeit beigestanden haben. Ohne ihre Unterstützung hätte ich es später nicht so weit gebracht.

Eines der schlimmsten Ereignisse meiner Karriere in den Finanzdienstleistungen war, als mich meine erste Frau aus heiterem Himmel verliess. Ihr Grund lautete: Ich hätte zu viel Zeit und Energie auf meine Arbeit verwandt und zu wenig auf sie. Dies stellte einen der grössten Rückschläge meines Lebens dar. Ich dachte, ich könne mich auf sie verlassen und sie würde mich unterstützen. Ich hatte gedacht, dass all die harten Arbeitstage, um im Banking voranzukommen, uns auch als Paar voranbringen würden. Es stellte einen Tiefpunkt in meinem Leben dar und ich dachte ernsthaft daran, die Wall Street zu verlassen.

Ich habe viel Zeit mit Arbeit verbracht, bis ich akzeptieren konnte, dass ich ein geschiedener Mann war. Doch dann beschloss ich, aus diesem Fehler zu lernen. Schliesslich sind schon viele Leute über gescheiterte Beziehungen hinweggekommen und haben neues Glück gefunden. Also habe ich mich auf meine zweite Ehe mit frischer Energie eingelassen und habe versucht nicht die gleichen Fehler noch einmal zu begehen. Jetzt haben wir zwei gemeinsame Kinder und führen eine glückliche, stabile Ehe – trotz meiner Karriere an der Wall Street.

Zum dritten Mal habe ich darüber nachgedacht, meine Karriere aufzugeben, als mir die Beförderung zum Managing Director bei Goldman Sachs verwehrt blieb. Lange Zeit hatte darin eines meiner Hauptziele bestanden, dass mir die Niederlage fast das Herz gebrochen hätte. Ich begann jede Entscheidung zu hinterfragen, die ich bis zu diesem Zeitpunkt getroffen hatte. Doch sollte ich deswegen alles aufgeben? Es schmerzt schon sehr, wenn einem seine Vorbilder mitteilen, man sei einfach nicht gut genug. Während dieser schwierigen Zeit wurde ich stark von meinen Mentoren unterstützt. Die Niederlage war mir peinlich, aber durch ihren Rat und ihre Anleitung bin ich wieder auf die Beine gekommen. Ich musste mich schon sehr anstrengen weiterzumachen, und dabei haben sie mir sehr geholfen. Es stellt ein grosses Glück dar, in schwierigen Zeiten so gute Mentoren zu haben.

Die grösste Lehre, die ich aus meinen Karriererückschlägen gezogen habe, lautet: Macht einfach weiter. Nach Abstürzen erreicht man häufig noch grössere und bessere Ziele, die man sich nicht vorstellen konnte.

Der Autor arbeitete als Managing Director bei Goldman Sachs und bloggt auf „What I Learned on Wall Street“ (WilowWallStreet.com).

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