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Gehälter, Gewinne und Personal: Blick hinter die Kulissen von JP Morgan in Frankfurt

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Klammheimlich hat die JP Morgan (Deutschland) AG jetzt ihren Geschäftsbericht 2016 ins Internet gestellt. Das Konvolut erlaubt interessante Blicke hinter die Kulissen des Konzerns in Deutschland. Konkret:

Kleiner Umsatz, grosser Gewinn

Die Erträge de JP Morgan AG beliefen sich 2016 auf gerade einmal 129 Mio. Euro, was fast 6 Prozent weniger als im Vorjahr waren. Konzernweit waren es immerhin rund 86 Mrd. Dollar. Dies führte die Bank u.a. auf die niedrigen Zinsen zurück. Die AG ist allerdings schwerpunktmässig für Investment Services und Corporate Banking zuständig. Das Investment Banking ist in der JP Morgan Securities plc Frankfurt Branch angesiedelt.

Angesichts der überschaubaren Grösse fällt der Reingewinn der AG mit 15,5 Mio. Euro beachtlich aus – zumal es sich fast um eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr handelt. Die Eigenkapitalrendite belief sich indes nur auf magere 2,4 Prozent. In den beiden Vorjahren lag dieser Wert sogar noch geringer.

Dies dürfte für die gute Eigenkapitalausstattung sprechen. Jedenfalls legte die Bilanzsumme um stolze 80 Prozent zu. „Der wesentliche Treiber hierfür ist die Strategie des Konzerns, einen Teil der Liquidität in Euro über die JP Morgan AG bei der Bundesbank zu belassen“, heisst in dem Bericht. Dort hat der Konzern stolze 13,2 Mrd. Euro geparkt. Im Vorjahr waren es noch keine 2 Mrd. Euro gewesen. Ob es sich hierbei um eine Brexit-Vorbereitung handelt, muss vorerst offen bleiben.

Hohe Kosten, aber nicht beim Personal

Die Aufwands-Ertragsquote lag 2016 bei gut 83 Prozent. Für jeden Euro Ertrag musst die JP Morgan AG also über 83 Cent auf den Tisch legen, was jedoch volle 4 Prozentpunkte besser als in den beiden vorhergehenden Jahren gewesen ist. Die Verwaltungsaufwendungen beliefen sich mithin auf fast 104 Mio. Euro. Allerdings ist nicht ganz klar, wofür die Bank das Geld ausgegeben hat. Denn von dem Geldsegen kommen keine 29 Mio. Euro beim Personal an – was ungewöhnlich wenig ist.

Was JP Morgan für seine Mitarbeiter springen lässt

Erstaunlicherweise wachsen die Vergütungen der JP Morgan AG ebenfalls nicht in den Himmel. Laut dem Jahresabschluss 2016 lag die durchschnittliche Bruttovergütung bei gerade einmal 95.400 Euro.

Ein Blick in den Vergütungsbericht der JP Morgan AG von 2015 – ein neuerer liegt noch nicht vor – belegt, dass auch deutlich höhere Vergütungen möglich sind. Demnach kassierten die zwölf Risikoträger der Gesellschaft, die eine besondere Verantwortung für Erträge und Risiken der Bank tragen, insgesamt 3,7 Mio. Euro. Jeder von ihnen strich also durchschnittlich knapp 310.000 Euro ein. Davon entfielen rund 43 Prozent auf Boni.

Dies bedeutet jedoch nicht unbedingt, dass JP Morgan in Deutschland bescheiden zahlt. Denn die hochbezahlten Investmentbanker in Frankfurt sind bei der JP Morgan Securities plc Frankfurt Branch beschäftigt.

Baut JP Morgan Personal auf?

Dem Geschäftsbericht zufolge lag die durchschnittliche Beschäftigung der JP Morgan AG 2016 bei 269 Mitarbeitern und damit ziemlich genau auf Vorjahresniveau. Ein Blick auf die Beschäftigung per Jahresende zeigt indes ein etwas anderes Bild: Demnach hat sich die Mitarbeiterzahl von 268 auf 284 erhöht. Das Geschäft mit Investment Services und Corporate Banking wächst offensichtlich.

Unterdessen scheint ein Heuern und Feuern nicht zur Geschäftspolitik in Frankfurt zu gehören. Die Fluktuation lag 2016 bei überschaubaren 6,6 Prozent.

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