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Sieben Tipps, wie Sie gekonnt mit Stressfragen in Vorstellungsgesprächen umgehen

erasing stress, hand written word on blackboard being erased concept

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Vor dem Traumjob müssen Kandidaten erst einige Vorstellungsgespräche über sich ergehen lassen, was vielen den Angstschweiss ins Gesicht treibt. Dabei sind die Befürchtungen oftmals überzogen. Laut Karrierecoach Gunnar Belden von der Maturias Personalberatung in Potsdam kommen unfaire Stressfragen in Financial Services-Interviews eher selten vor. „Man sollte grundsätzlich Fragen stellen, weil man sich für die Antwort interessiert, und nicht um die Reaktion des Kandidaten zu sehen“, sagt Belden.  Dennoch gehörten zu einem Vorstellungsgespräch auch kritische Fragen. Daher haben wir ein paar Tipps zusammengestellt, wie Sie damit gekonnt umgehen:

1. Bei unklaren  Fragen einfach nachhaken

Auch Headhunterin Sabrina Tamm von Financial Talents in Frankfurt beobachtet, dass in Vorstellungsgesprächen kaum gezielte Stressfragen gestellt werden. „Die kommen eher bei den Kandidaten als Stressfragen an, weil der Kandidat die Hintergründe nicht kennt oder die Frage zu kurz gestellt wurde“, sagt Tamm. Denn viele Interviewer bereiten sich relativ wenig auf Vorstellungsgespräche vor. „Das führt dazu, dass die Fragen manchmal für die Kandidaten unklar sind“, ergänzt Tamm. Aus diesem rät die Expertin dazu, einfach höflich nachzufragen oder die Frage zu spiegeln. Dies würde einem Kandidaten nicht negativ angekreidet.  Manchmal sei es auch sinnvoll, die Frage einfach in eigenen Worten zu wiederholen.

2. Fragen einzeln diskutieren

Üblicherweise treffen die Kandidaten in Vorstellungsgesprächen nicht nur auf einen Vertreter des Arbeitgebers, sondern auf mehrere. Dies können der direkte Vorgesetzte, ein gehobener Manager  oder ein HR-Personal sein. Dabei kommt es oftmals vor, dass die verschiedenen Gesprächspartner durcheinander reden oder gleichzeitig Fragen stellen, was oft den Blutdruck des Kandidaten in die Höhe treibt. Auch in diesem Fall rät Tamm zu einem offensiven Vorgehen. Kandidaten sollten bitten: „Können wir die Fragen einzeln diskutieren“, rät die Headhunterin.

3. Bei Stressfragen zum Lebenslauf helfen häufig Selbstkritik und Selbstreflexion weiter

Während gezielte Stressfragen eher selten vorkommen, gehören kritische Nachfragen zu problematischen Punkten im Lebenslauf zum Gesprächsalltag. Laut Tamm komme es dabei oftmals gut an, auch ein wenig Selbstkritik zu zeigen. Jede Delle im Lebenslauf immer positiv zu beschreiben, sei wenig hilfreich. „Optimal wäre es, wenn der Kandidat aus der Krisensituation gelernt hat“, betont Tamm.

Belden sieht in kritischen Fragen zum Lebenslauf sogar eine Chance für den Kandidaten. „Dies ermöglicht, ein hohes Mass an Selbstreflexion zu zeigen und Selbstreflexion stellt ohnehin einen wesentlichen Schlüssel zu beruflichem Erfolg dar“, betont Belden. Dabei gehe es darum, die eigenen Leistungen zu bewerten. Und gerade für Führungskräfte sei die Fähigkeit zu Selbstkritik wichtig. Denn wer seine Mitarbeiter kritisiere, solle auch seinerseits die Fähigkeit zur Selbstkritik mitbringen.

4. Ruhe bewahren und Souveränität zeigen

Ein wenig Lampenfieber in Vorstellungsgesprächen sei ganz normal, meint Belden. Die Kandidaten sollten sich den Zweck eines solchen Gesprächs vergegenwärtigen. „Es geht darum, den Kandidaten mit seinen Stärken und Schwächen zu verstehen“, sagt Belden. „Wichtig ist ein souveräner Umgang damit“, ergänzt der Experte. Die Bewerber sollten authentisch bleiben. „Schliesslich müssen die Kandidaten auch die im Gespräch selbst erzeugten Erwartungen in der Ausübung der Position erfüllen“, ergänzt Belden.

5. Vorbereitung hilft gegen Stress

„Die gezielte Vorbereitung eines Kandidaten für seine Interviews ist für uns essenziell. Je besser ein Kandidat vorbereitet ist, desto weniger Nervösität hat er und desto selbstsicherer ist er“, rät David Kitzinger von Badenoch & Clark in Luxemburg. So verteilt Badenoch & Clark an seine Kandidaten einen 13-seitigen Ratgeber, damit sich diese gezielt auf ein Vorstellungsgespräch vorbereiten können. Dazu zählen beispielsweise:

–          Sich der Wechselmotivation bewusst zu sein, wieso Sie sich bewerben.

–          Das spezifische Interesse an dem Unternehmen massgeschneidert formulieren zu können.

–          Die Stellenbeschreibung, die Unternehmens-Website und die Berichterstattung in den Medien über das Unternehmen zu kennen.

–          Auf seine Körpersprache zu achten.

–          Korrekt gekleidet zu sein.

–          Sich der eigenen Leistungen bewusst zu sein.

–          Und ganz wichtig: Sie sollten in zwei Minuten Ihren beruflichen Werdegang darlegen können.

6. Wie  Sie mit der Stressfrage nach Ihren Schwächen umgehen…

Die Frage nach den grössten Schwächen zählt zu den Klassikern unter den Stressfragen. Tamm rät diese Frage humorvoll zu kontern. Dies könne beispielsweise sein: „Meine Vorliebe für Schokoladeneis.“ Dabei müssten Kandidaten allerdings darauf achten, ob das bei den Gesprächspartnern gut ankomme. Falls dies nicht der Fall sein solle, müsse der Kandidat dies klassisch beantworten. „Die meisten Kandidaten antworten: ‚Ich bin zu ungeduldig‘. Alles was kreativer als das ist, ist in Ordnung“, sagt Tamm.

7. … und wie mit den Fragen nach Ihren Stärken

Auf diese Frage sollte ein Bewerber laut Tamm schlicht antworten, wieso er genau der richtige für den Job ist und seine Stärken herausstreichen, die für die Stelle relevant ist. Darüber sollte sich ein Kandidat bereits im Vorfeld des Vorstellungsgesprächs bewusst sein.

Ganz ähnlich sieht dies Kitzinger. Diese Frage stelle eine Chance für den Kandidaten dar. Denn die Bewerber könnten dann „ihre USPs darstellen, auf Basis derer sie sich von der Peergroup absetzen“.

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