☰ Menu eFinancialCareers

DER BERATER : Meine NEGATIVEN Erfahrungen mit Headhuntern

Unser Gastautor arbeitet als Consultant im Kapitalmarktumfeld und ist auf der Suche nach einem neuen Job. In einem Blog berichtet unser Kolumnist über seine Erfahrungen bei diesem Unterfangen.

Nun habe ich also meinen englischen CV auf drei einschlägigen Websites eingestellt und mir speziell eine Emailadresse für meine Bewerbungen zugelegt. Jeder, der will, kann mich darüber erreichen, aber meine Anonymität bleibt gewahrt.

Dann harrte ich der Dinge, die da kommen sollten. Zu meiner Überraschung ging es dann ziemlich schnell und ich erhielt reichlich Standard-Emails. Einerseits waren es die deutschen Strukturvertriebe, auf der anderen Seite wollte man mich für Outsourcer in Prag anheuern. Nun war ich aber schon etwas enttäuscht und entschied mich, die nächste “Stufe” anzugehen: Ich schaltete auch meine Handynummer frei.

Zu meiner großen Überraschung stand in den ersten Tagen das Telefon kaum noch still. Es riefen ständig Headhunter an. Zu meiner Überraschung riefen besonders viele Exemplare dieser Spezies aus Großbritannien an. Dort scheint es eine Menge entsprechender Callcenter zu geben. Die meisten davon gingen nach dem immer gleichen Muster vor: Vier bis Fünf Minuten zuhören und dann gleich ein Angebot präsentieren.

Meist war ein solches Angebot nicht sonderlich verlockend und schon gar nicht bei einem Unternehmen, das ich kannte. Sehr häufig war es das “Gleiche in Grün”: ein fast deckungsgleicher Job mit einer geringen Gehaltserhöhung. Nach meiner persönlichen Erfahrung melden sich diese Leute nicht wieder, sobald man einmal absagt.

Ich muss zugeben, dass ich auch den einen oder anderen Kollegen in meine Suche eingeweiht habe. Über diese Kollegen und deren Netzwerke habe ich dann meist Erkundigungen über die potentiellen Arbeitgeber eingeholt und meine eigenen Nachforschungen angestellt. Oft handelte es sich hier um übliche “Mittelständler” der Beratungsbranche, die kein besonderes Profil am Markt haben. Ich möchte hier festhalten, dass ich gegen kleine Beratungen nichts habe.

Ich suche einen Job mit klarem Profil und guten langfristigen Chancen, auch außerhalb der Beratung. Eine dieser kleineren Beratungen scheint indes sehr viel Berater zu suchen, mehr als acht Anfragen in nur vier Monaten. Auch wurde ich jedes Mal darauf hingewiesen, dass ich ja in der Niederlassung in Zürich anfangen könne, wo man morgen ein Büro eröffnen würde. Diese Geschichte wird mir sechs Monate später immer noch aufgetischt. Glaubt also nur, was ihr nachprüfen könnt.

Einige Headhunter telefonieren selbst nur noch. Es gibt wohl ganze Heere von sogenannten Research-Assistenten, die ausgiebig die Online-Jobbörsen nutzen. Diese durchforsten auch Linkedin oder Xing, wobei sie offensichtlich nach Stichwörtern suchen. Meist ging es so weiter, dass der Assistent einen Termin mit dem Chef vereinbarte. Hier ging selten alles glatt. Häufige Anrufe auf der falschen Nummer und oft zu spät. Von diesen Headhuntern würde ich abraten.

Meine Empfehlungen: Schaltet eure Handynummer frei. Rechnet damit, bald angerufen zu werden. Habt einen “Elevator-Pitch” parat, so dass Ihr in ein paar Sätzen die wichtigsten Punkte über Euch und Eure Jobsuche zusammenfassen könnt. Habt einen ruhiges, schallgedämmtes “Telefoneck” parat, in das Ihr öfter am Tag zum Telefonieren verschwinden könnt. Und ganz wichtig: Glaubt nur, was Ihr nachprüfen könnt!

Comments

comments